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Das Erntedankfest
Einleitung: Obwohl auch das Christentum Deutschland im positiven wie im negativen Sinne
Jahrhunderte geprägt hat, soll der nachfolgende Artikel, der sich
durchaus kritisch mit dem Cristentum auseinandersetzt, den heidnischen
Ursprung des Erntedankfestes etwas tiefgehender beleuchten.
Das
Erntedankfest ist wohl das Fest, welches von der christlichen Kirche am
wenigsten entfremdet wurde. Hier wurde die Sinngebung beibehalten,
auch, wenn unsere Ahnen natürlich nicht dem Wüstengott des
„auserwählten Volkes“ sondern unseren Göttern (insbesondere den
Fruchtbarkeitsgöttern) und der Natur für die Gaben der Felder dankten. Ebenso
wie das Oster(Ostara)fest auf die Tag- und Nachtgleiche im Frühling
fällt, entspricht das Erntedankfest der Herbst – Tag- und Nachtgleiche
und wird somit also am 21. September begangen. Jetzt
erreicht die Tätigkeit des Landmanns seinen Höhepunkt. Nun erntet er,
wofür er sich das ganze Jahr geplagt hat und dies in größter
Anstrengung und Eile, damit die Ernte nicht auf den Feldern verkommt.
Nach dieser schweren Zeit, nachdem der Geist durch die körperliche
Anstrengung geläutert ist, nachdem die Sorge um die Ernte endlich nicht
mehr das Denken des Bauern bedrückt, nachdem die Familien als starke
Gemeinschaft mit vereinten Kräften das Korn eingebracht haben, erfüllt
sich das Gemüt mit Dankbarkeit gegenüber der Natur. Denn sie hat die
Sippe beschenkt mit ihren Gaben, sie hat die Sippe gesegnet. Nun werden
den Göttern Dankopfer gebracht und wie alle religiösen Feste ist dies
mit einem Festschmaus verbunden. In
vielen Gegenden Norddeutschlands kennen die Alten noch die
Bezeichnungen „Waul (=Wodan) Roggen“ (als Futter für Wodans Ross) oder
auch „Vergodendeel“ (= Frau Gode ihr Anteil) für das letzte Halmbündel,
das auf dem Felde stehen gelassen wird. Im
ausgelassenen Tanz der Bauern spiegelt sich die Erleichterung, denn nun
ist das Geschenk der Götter, das Getreide unter Dach und Fach. Es wird
ausgelassen gefeiert und auch in den Liedern wird die Erntezeit
besungen und auch das alte Symbol des Jahresrades, das Zeichen des
ewigen „stirb und werde“ fehlt nicht, denn es ist Bestandteil der
Zeremonie und wird als Erntekranz über das Scheunentor genagelt oder
auf einer Stange auf das Feld gestellt. Warum
aber behielt gerade das Erntedankfest seine Sinngebung bei? Warum
versuchten die Missionare nicht auch hier, die Germanen aus ihren
naturverbundenen Anschauungen zu entwurzeln? Während
andere rituelle Feiertage unserer Vorfahren mit christlichen Feiertagen
überdeckt wurden – so wurde zum Beispiel aus dem Julfest
„Christiegeburt“, aus der Sommersonnwende das „Johannisfeuer“ und aus
dem Ostarafest die Auferstehung Jesus Christies –, behielt das
Erntedankfest seine ursprüngliche Bedeutung. Vermutlich lag es daran,
daß die Missionare aus ihrer naturfeindlichen Religion heraus diesem
Dankfest an die Natur nichts entgegen zu setzen hatten. Auch mag es
eine Rolle gespielt haben, daß es sich vornehmlich um ein Fest der
Landbevölkerung, der Bauernsippen handelt. Denn gerade diese hielten
eisern an den althergebrachten Handlungen und Bräuchen fest und
erhielten viele Bestandteile des alte germanischen Brauchtums über die
Jahrhunderte hinweg. Wenn
wir also das Erntedankfest begehen, sollten wir es im Bewußtsein über
seine Eigentümlichkeit und als reines Fest unseres Artglaubens erleben.
Denn christliche Elemente sind hier nicht vorhanden. Unser Sinn und
Empfinden für das Erntedankfest kann nur dann rein sein, wenn wir es
nach der althergebrachten Art unseres Volkes feiern und damit die
Mutter Erde für ihre Gaben preisen. So gelten uns insbesondere für
dieses Fest die Worte von Felix Dahn: „Ich hasse das Schlagwort
„christlich – germanisch“, denn was christlich ist, ist nicht
germanisch, und was germanisch ist, ist nicht christlich.“!
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