Thorsten Heise im DS Aktuell – Interview
Der 1969 in Göttingen geborene Thorsten Heise ist seit
vielen Jahren in der nationalen Szene aktiv. Zunächst hat er sich in der FAP
engagiert, später war er lange Zeit in der freien Kameradschaftsszene
verankert, bis er schließlich 2004 Mitglied der NPD wurde und in den
Bundesvorstand gewählt wurde.
Wir haben Thorsten Heise zu seinen Vorstellungen für die
Zukunft der NPD befragt.
Herr Heise, Sie
gelten seit langer Zeit als einer der führenden Aktivisten der freien
Kameradschaftsszene. Welche Beweggründe haben dazu geführt, daß Sie Mitglied der
NPD wurden und sich seit einigen Jahren auch im Parteivorstand engagieren? Wie
sind Ihre bisherigen Erfahrungen?
Es gab damals einen „Runden Tisch“ führender Kameraden der
freien nationalen Bewegung. Niemand von uns verschwendete einen Gedanken daran,
sich der dahinwelkenden NPD mit ihren Unvereinbarkeitsbeschlüssen
anzuschließen. Nachdem uns aber Holger Apfel und Udo Voigt um Gespräche baten
und diese eine Öffnung der Partei sowohl in unsere Richtung als auch hin zu
rechtskonservativen Kreisen (z. B. DVU, Republikaner) ankündigten, entschlossen
sich die Kameraden Wulff, Tegethoff und ich das Angebot zur Zusammenarbeit
anzunehmen.
Damals sprachen Holger Apfel und Udo Voigt vor unserem
Kreis. Überzeugt hat uns damals jedoch Udo Voigt. Freie nationale Arbeit
bedeutet, sich für größere, kommende Dinge in Bewegung zu halten. Allerdings
sind gegenwärtig die Parteien mit ihren Möglichkeiten von größter Bedeutung,
wenn man beim Aufklären des Volkes weiterkommen möchte. Daß der NPD dabei eine
zentrale Rolle zukommt, davon war und bin ich überzeugt.
Wissen Sie, ich träume von einer Partei, die die Flügel weit
ausbreitet, so daß alle nationalen Deutschen darunter Platz haben. Interne
Debatten darüber, wie die identitäre Einigungsbewegung vorangetrieben werden
kann, sind für mich kein Übel, sondern eine freudvolle Notwendigkeit. Was mich
ärgert sind die Hinterzimmermenscheleien, deren zersetzende Wirkung die
wertvolle Lebenskraft der Gutwilligen vernutzt. Sind unsere äußeren Gegner
nicht zahlreich und mächtig genug? Sind wir innerhalb der NPD nicht in erster
Linie Kameraden, die erkannt haben, daß das deutsche Volk und die deutsche Idee
existenziell gefährdet sind? Wir Ehrenamtlichen wissen, daß wir für unseren
Einsatz in absehbarer Zeit nicht mit Orden zu rechnen haben. Aber für Meriten
sind wir nicht angetreten. Wir wollen Deutschland retten, und da sind ein
Holger Apfel, ein Thomas Wulff, ein Eckhard Bräuniger und ein Udo Vogt meine
Kameraden, die mir weitaus näher stehen als die „Patrioten“ bei der CDU oder
den Republikanern.
Udo Voigt war der Hauptgrund, warum ich in die NPD
eingetreten bin. Er hat ein offenes Wesen und eine gerade Art. Die ermöglicht
es ihm, auf innerparteiliche Widersacher zuzugehen und ihnen die Hand zu
reichen. Leider wird ihm seine Integrationsfähigkeit manchmal zum Verhängnis,
denn er ist zeitweise zu gutmütig.
Als ich 2004 in den Parteivorstand gewählt wurde, war der
Erfolg in Sachsen noch frisch. Man hatte den Eindruck, daß einige alte
Kameraden den Schritt in die Landes-, Bundes- und Europapolitik, der vollzogen
worden war, noch nicht realisiert hatten. Das ist heute nicht mehr so. Dank der
Parteizentrale und der beiden Landtagsfraktionen betreiben wir Politik, die
sehr aufmerksam wahrgenommen wird. Die Etablierten haben Respekt vor uns.
Wie bewerten Sie die derzeitige Debatte zwischen dem
Parteivorsitzenden Udo Voigt und seinem Herausforderer Holger Apfel? Sind Sie
der Ansicht, daß die NPD gerade jetzt einen neuen Parteivorsitzenden benötigt?
Zunächst ist es erfreulich, daß diese Debatte offen geführt
wurde und selbstverständlich ist es legitim, wenn sich ein anderer Kamerad um
das Amt bemüht. Jedoch halte ich Holger Apfel nicht für den geeigneten
Kandidaten. Ich kenne ihn seit Mitte der achtziger Jahre. Die gemeinsame Arbeit
im Parteivorstand hat mir seine Stärken, aber eben auch seine Schwächen
offenbart. In einer Partei mit starken Persönlichkeiten, die zudem ständig von
außen bekämpft und bedroht wird, braucht man einen Parteivorsitzenden, der es
schafft zu integrieren. Holger Apfel wäre ein die Fliehkräfte verstärkender
Bundesvorsitzender.
Wie muß Ihrer Ansicht nach der weitere politische Weg der
NPD aussehen? Holger Apfel spricht hier von „radikaler Seriösität“, während Udo
Voigt am bisherigen Kurs festhalten möchte.
Das ist die immer wiederkehrende Hauptfrage in unserer
Partei: Die Frage nach dem Weg zum Ziel. Diese wurde und wird offen diskutiert.
Von dem verwässernden Kurs des Kameraden Apfel halte ich allerdings nichts,
denn es ist gefährlich, die treuen Stammwähler zu übergehen und an den
Eckpfeilern nationaler Politik zu rütteln. Letztlich kämpfen wir für ein
Deutschland, das in seinem Staatsaufbau und seinem Wirtschaftswesen auf den
ewigen Lebensgesetzen fußt und den Menschen zu sich selbst freisetzen hilft. Das
ist die große Vision, und die dürfen wir nie aus dem Auge verlieren, selbst
wenn auch noch die Jungen unter uns in dieser Republik zu Grabe getragen
werden. Nur lebendige Visionen zeugen Taten, aber kein Apfel-Pragmatismus. Wir
haben ein sehr gutes Parteiprogramm und müssen nun weiter an unserer
Profilschärfung arbeiten. Der Wiedererkennungswert der NPD ist gut.
Wiedererkennungswert ist heute der halbe Sieg, denn die Inhalte der
Bundestagsparteien sind bis zur Unkenntlichkeit verschwommen und nähern sich beständig
einander an. Dieser Konsensualisierungsprozeß wird aufgrund der sich
verschärfenden Krisensituation weiter voranschreiten. Wir haben daher dafür zu
sorgen, daß die der Demokratie immanente Weltanschauungspolarität
zurückgewonnen wird. Das gelingt uns, wenn wir in Treue fest stehen und die
Stellung halten. Zudem muß der Erstarrungszustand dieses Staatswesens
aufgebrochen werden. Die „Raus aus dem Euro“-Kampagne ist da ein guter Anfang.
Nur brauchen wir auch ein „Dafür“-Thema. Wie wäre es mit „Direktdemokratie! –
Volksabstimmung jetzt!“?
Wie kann es der NPD gelingen, auch in den westlichen
Bundesländern wieder erfolgreich zu werden?
Wir müssen leider in den westlichen Bundesländern kleine
Brötchen backen. Der BRD-Bürger, Ausgabe West, ist in einer
Ellenbogengesellschaft zu einem Konsumzombie verzogen worden. In
Mitteldeutschland weiß man noch, wie eine Volksgemeinschaft funktioniert. Ich
denke, im Westen führt kein Weg an den Kommunalparlamenten vorbei. Die
Prozente, die man braucht, um in Kreistage oder Stadtparlamente einzuziehen,
bekommen wir, wo wir antreten, immer. Die Aufwandsentschädigungen sollten, wie
bei uns in Thüringen, in eine kommunale Zeitung fließen, so daß jeder Haushalt
im Wahlkreis mindestens ein- bis zweimal im Jahr etwas von der regionalen NPD
hört. Es muß zum Normalfall werden, daß die NPD überall in den
Kommunalparlamenten sitzt. Über die Regionalzeitungen kann man die Gesichter
der eigenen Region aufbauen, die politischen Ziele im Bewußtsein der Menschen
verstetigen und Vorurteile abbauen. Wenn jeder den netten Nationalisten von
nebenan persönlich kennt, fallen die Lügen der Systempresse nicht mehr auf
fruchtbaren Boden. Wenn wir den regionalen Unterbau haben, können wir an die
westlichen Landesparlamente denken. Vorher sollten sich Landtagswahlkämpfe auf
das Pflichtprogramm in einem vernünftigen finanziellen Rahmen beschränken.
Sehen wir aber die Möglichkeit einzuziehen, müssen wir bei Wahlen zupacken, wo
es geht.
Sie sind Mitglied im aktuellen Parteivorstand unter Udo
Voigt als Parteivorsitzenden. Könnten Sie sich vorstellen auch einem
Parteivorstand unter Holger Apfel anzugehören?
Nein. Wie ich ausgeführt habe, kenne ich Holger Apfel seit
langem, schätze seine Stärken, weiß jedoch ebenfalls um Schwächen, die ihn für
das Amt unbrauchbar machen. Ich würde wahrscheinlich nur im Wege stehen, wenn
der neue Vorstand zeigen will, was er kann.
Welchem Kandidaten sollten Ihrer Ansicht nach die
Delegierten beim kommenden Bundesparteitag ihre Stimme geben?
Wer die Partei auf Erfolgskurs halten möchte, national und
sozial denkt, kann sich nur für Udo Voigt entscheiden. Holger Apfel ist da
keine ernstzunehmende Alternative. Unsere Partei ist mit ihrem vor kurzem
beschlossenen neuen Parteiprogramm auf dem richtigen Weg. Es liegt an uns, die
Botschaft richtig zu verpacken und die schlafenden BRD-Bürger aufzuwecken!
Herr Heise, herzlichen Dank für das Gespräch!