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Am Boden der nackten Existenz





 

Obdachlosigkeit ist ein Thema, welches in der BRD gerne unter den Tisch gekehrt wird. Viele Mitmenschen sind der Ansicht, daß dieser Personenkreis an seinem Schicksal selber schuld sei, da in diesem Staat niemand unter einer Brücke schlafen oder verhungern muß. Dies ist jedoch eine sehr einseitige Betrachtung des Problems.

Immer öfter kann man sie sehen, in einer Ecke kauernd, den Vorbeigehenden eine Schale oder einen zerlumpten Hut hinstreckend, in der Hoffnung, der eine oder andere läßt einen oder auch zwei Euro hineinfallen: Menschen ohne ein Zuhause.

Mehr als 400.000 Menschen sind in Deutschland wohnungslos, das heißt, sie besitzen keinen Mietvertrag. 55% der Wohnungslosen sind Männer, 23% Frauen und 22% Kinder und Jugendliche. Einige von ihnen finden immer wieder vorübergehend bei Verwandten, Freunden und Bekannten Unterschlupf, andere leben in Obdachlosenunterkünften. Etwa 20.000 Wohnungslose „machen Platte“. Das heißt, sie leben auf der Straße. Die Zahl der Obdachlosen ist im vergangenen Jahr um knapp 20% gestiegen, denn die Zahl der Arbeitslosen  steigt immer mehr an und gleichzeitig fehlt es an Sozialwohnungen, die auch für Einkommenschwache erschwinglich sind. Nach Expertenmeinung wird diese Zahl durch die Sozialreform in Deutschland noch weiter steigen. Und die derzeitige Gesellschaft zeigt wenig Mitgefühl. Eine der landläufigen Meinungen hierzu ist, die wären doch selbst an ihrem Schicksal schuld und von daher auch nicht zu bedauern. Diesen „Pennern“ sollte man keine Träne nachweinen. Doch so einfach verhält es sich nicht immer, gerade im Zuge des steigenden Sozialabbaus und der Zahlungsunfähigkeit kleiner und mittelständischer Unternehmen, die zum Teil noch Mitarbeiter monatelang weiterbeschäftigen, wohlwissend, daß diese nicht entlohnt werden können. Nach dem absehbaren Konkurs warten die geprellten Mitarbeiter meist vergebens auf ihr Geld. Arbeitslosigkeit, Frau und Familie daheim, vielleicht ein Eigenheim in Finanzierung, dann ewigwährendes, nerviges Herumgeärgere mit den zuständigen Ämtern, schnell ist der Kreis geschlossen: Es geht rasant abwärts! Von der Politik im Stich gelassen, die immer wieder vor anstehenden Wahlen verkündet, die Stimme des kleinen Mannes und der kleinen Frau von der Straße sein zu wollen, bleibt nichts als Ungewißheit und lähmende Ohnmacht. Das Leben ist zu einem Scherbenhaufen geworden und man ist nur noch schwerlich in der Lage, diese Scherben wieder zusammenzufügen.

Ist man erst einmal in diesen Rhythmus unfreiwillig eingesickert, ist es geradezu schon ein Akt der Unmöglichkeit, diesen Zuständen auf Dauer zu entfliehen und wieder den Fuß in die „gesellschaftliche Ordnung“ und die damit verbundenen Tagesabläufe zu bekommen und wieder ein voll integriertes Mitglied „unserer Gesellschaft“ zu werden. Diese Tatsachen vor Augen, ist schnell der Griff zu Alkohol und starken Rauschmitteln vorprogrammiert, die die Ausweglosigkeit zumindest zeitweilig lindern sollen, was jedoch schon zwangsläufig eine starke Abhängigkeit mit sich bringt. Damit hat sich der Kreis von Not, Verelendung und Perspektivlosigkeit klassisch geschlossen und es zeigt sich deutlich, daß hier von staatlicher Seite keinerlei Hilfe oder Unterstützung ausgeht. Es finden keine Wiedereingliederungsmaßnahmen statt und der Staat hat diese Personen, getreu der kapitalistischen Gesellschaftsordnung „Hast du was, bist du was. Haste nichts, biste nichts!“, schon längst abgeschrieben. Problematisch ist nicht nur die Ausgrenzung aus der Gesellschaft; das Leben auf der Straße birgt viele Gefahren, auch für Leib und Leben: fehlende medizinische Betreuung, unzureichende Möglichkeiten der Ernährung und Körperpflege, unzureichender Schutz vor Witterungsbedingungen und gewalttätige und sexuelle Übergriffe. Jeder Tag ist ein erneuter Kampf ums Überleben und gerade in den Wintermonaten ist schon so mancher Obdachlose elendig unter einer Brücke erfroren. Diese Ungewißheit führt bei den Obdochlosen nicht selten zu psychischen und sozialen Folgeerscheinungen, die eine Reintegration in die Gesellschaft zusätzlich erschweren.

Wir sollten von daher in diesen Menschen auch immer unsere Volksgenossen sehen, die am offenkundigsten als Sinnbild für die politische Misere in diesem Land stehen. Sie sind es, die derzeit auf der Strecke bleiben. Doch wie sieht es zukünftig aus? Kann nicht auch jedem von uns das Los der Armut treffen? Jederzeit, und solange dieser Umstand anhält, müssen wir weiter für die Durchsetzung unserer Ziele im Sinne der sozialen Gerechtigkeit und der wirtschaftlichen Neuordnung entschlossen und opferbereit streiten, denn nur wir haben die Antworten und Lösungen als Gegenpart zur vielzitierten „Wegwerfgesellschaft“ (die im übrigen auch Menschen mit einschließt) parat. Einer der am häufigsten durch die Massenmedien hervorgekramten Vorwürfe ist jener, daß sogenannte „Neonazis“ bevorzugt Obdachlose zu ihren Opfern erkoren hätten, und diese mitunter so zurichten, daß sie am Ende leblos in der Ecke liegen. Wenn solche Taten in der Vergangenheit vorgekommen sind, dann waren es aber ausnahmslos immer die Taten Einzelner, die überhaupt nicht den Reihen des revolutionären Widerstandes angehören. Aber natürlich macht man es sich immer sehr einfach, den Vorwurf „mordenden braune Brut“ über uns auszuschütten, wohlwissend, daß dies in das Reich der propagandistischen Legende gehört. Doch immer mehr wird offenkundig, daß dies alles politische Ablenkungsmanöver sind. Die Herrschenden merken nur allzugut, daß sie ihre jahrzehntelange verfehlte Sozialpolitik nicht mehr unter den Teppich kehren können. Denn nun kommt der Bumerang der Fehlinvestition und der Steuerverschwendung in rasanter Geschwindigkeit auf sie zugerast und diese Herrschaften werden in die Ecke gedrängt, so daß ein Ausweichen unmöglich erscheint. Und symbolisch wurde dieser Bumerang von all denen geschleudert, die durch den Ausverkauf Deutschlands um ihr Glück, ihren Frieden und ihr Recht auf Selbstbestimmung gebracht wurden.

„Hartz IV“ ist der Vorhof in das vorprogrammierte soziale Elend. Nach der Devise: „Wer keine Lobby hinter sich hat, hat gefälligst zuzusehen, wo er bleibt!“, selbst wenn es am Ende die Straßenrinne sein sollte…! Unverhüllter kann diese Regierung gar nicht mehr offenbaren, daß ihnen das Wohl derer, die ihnen den Weg an die Macht, offensichtlich im Anflug totaler Verblendung, einst per Wahlzettel geebnet haben, herzlich egal ist. Immer mehr Menschen haben dann gar nichts mehr zu verlieren, da der Staat ihnen bereits alles genommen hat! 

„Weg mit diesem unmenschlichen System!“

 



 


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