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Dortmund, Vorabenddemonstration 





 

Der Dortmunder Antikriegstag ist die vielleicht am besten vorbereitete regelmäßig wiederkehrende Demonstration des ganzen Nationalen Widerstandes. Neben den üblichen Werbemitteln, die weit über Dortmund hinaus verbreitet werden - Aufkleber, Handzettel, Plakate - gehören dazu Mobilisierungsveranstaltungen und eine ganze Kette von kleineren Kundgebungen oder Demonstrationen eine Woche vorher. Das Highlight unter den Vorbereitungsaktionen ist aber die Vorabenddemonstration, neudeutsch auch als warm-up-Demo bezeichnet.

Diese begann im Innenstadtbereich (beim Bahnhof Stadthaus). Sie führte dann über eine Wegstrecke von geschätzten vier oder fünf Kilometern dorthin zurück, mit einer Zwischenkundgebung auf etwa halber Strecke.

Lästig bis schikanös sind bei solchen Gelegenheiten Auflagen, die wohl weit weniger der öffentlichen Sicherheit oder Ordnung dienen als eher dazu, Veranstalter und Teilnehmer zu gängeln. Mit typisch deutsche Regelungswut findet man dann Bestimmungen, daß auf den Kungebungen der Anteil von Redebeiträgen zu Musikdarbietungen 60 zu 40 Prozent zu haben hat und daß Musikdarbietungen jeweils nicht länger als 15 zu sein haben. (Es könnte gelegentlich mal in Karlsruhe nachgefragt werden, wie sich das mit der Freiheit der Kunst verträgt, die schließlich auch ein Verfassungsgut ist.)

Auf der Zwischenkundgebung traten meine Wenigkeit als Redner und die Jungs von Word of Anger als Musiker auf.

Inzwischen war trotz relativ großzügig angemeldeter Versammlungsdauer die Zeit ein wenig knapp geworden. (Grund dafür waren einerseits die üblichen Verzögerungen beim Zulauf der Teilnehmer und andererseits die manchmal doch etwas komplizierte Einstellung der Lautsprecheranlage einschließlich Soundcheck für die Bands.) Daher kamen die Veranstalter auf den Gedanken, mal neue Wege zu gehen. Die oben erwähnte Auflage galt ausdrücklich nur für die Kundgebungen im Sinne von stationären Kundgebungen, nicht für die Demonstrationsstrecke. Daher erlebten wir auf dem Rückweg eine Weltneuheit (Premiere): Die Band Oidoxie um Sänger und Frontmann Marco Gottschalk spielte vom im Schrittempo fahrenden LKW aus.

Zur Zwischenkundgebung gab es weitere Reden von Aktivisten aus Dortmund, darunter der Anmelder Dennis Giemsch, aus Thüringen sowie Leverkusen. Darüber hinaus trat Oidoxie noch einmal auf - wegen der entsprechenden Auflagen für eine Dauer von ziemlich exakt elf Minuten... Dann wurde die Veranstaltung um 21.30 Uhr beendet.

Laut Polizeibericht haben 215 Personen teilgenommen; meine Zählung beläuft sich auf ca. 240.

Ernsthafte Zwischenfälle waren in unserem Demonstrationsbereich nicht festzustellen; eine kleinere Straßenblockade konnte auf der anderen Fahrspur umgangen werden.

Zwischenfälle gab es allerdings im Stadtteil Dorstfeld. Dort brach der größere Teil einer linken Demonstration aus ihrem Bereich aus (was zu verhindern die sonst mit dem Knüppel so flinke Polizei sich nicht imstande sah) und warf eine Reihe von Farbbomben auf ein von Kameraden genutztes Haus. Richtiger Sachschaden entstand nicht.

Die Beteiligten waren unter dem Strich mit dieser Veranstaltung sehr zufrieden

Dortmund, den 3. September 2011
Christian Worch



 


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