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Artikelreihe zum Thema Faschismus:

Faschismus als proletarische Errungenschaft
von Rodolfo Schott



Hier wird eine interessante Ausarbeitung des italienischen Korporationsministeriums aus dem Jahr 1935 dokumentiert, die verfaßt wurde, um die Arbeiter anderer Länder mit der echten und wirklich sozialen Ordnung, wie sie in Italien am Werk war, vertraut zu machen. Sie wurde von Rodolfo Schott übersetzt, der auch die deutsche Übersetzung von Mussolinis "Lehre des Faschismus" erstellte. Der Text ist wohlüberlegt gekürzt, um die aus heutiger Sicht wesentlichen Gesichtspunkte darzustellen, ohne sich in lange zeitgenössische Darstellungen und Einzelheiten des Originals zu verlieren:

 

VON DER ANARCHIE ZUR NEUEN SOZIALEN ORDNUNG

In vielen auswärtigen Kreisen, auch von manchen in gutem Glauben, wurde der Faschismus bis zum heutigen Tag als eine eher reaktionäre als revolutionäre Bewegung angesehen. Da ja nun wirklich nach der üblichen Vorstellung Revolution nur Massenbewegung sein kann und da die faschistische Unternehmung sich, wenn man die Sache lediglich von außen ansieht, gerade gegen die sozialistischen Organisationen, welche allerorten das soziale Leben Italiens in der Hand hatten, aufbäumte, so zögerte man nicht, den Faschismus als eine gegen das Volk, die Demokratie und die Arbeiter gerichtete reaktionäre Bewegung zu deuten. In der Hauptsache hat man gesagt: Am Morgen nach dem europäischen Krieg waren die sozialistischen Organisationen drauf und dran, von der Macht Besitz zu ergreifen. Da wurden sie von den faschistischen Sturmscharen mit Gewalt zerschlagen. Mithin ging der Faschismus als rein kapitalistische und bürgerliche Bewegung vor, gleichsam in Diensten gesetzmäßiger Verteidigung und konservativer Willensrichtung.

Derartige Überlegungsformen sind völlig verschwommen, tragen sie doch der tatsächlichen Lage Italiens unmittelbar nach dem Krieg und derjenigen des Faschismus keinerlei Rechnung. Aus diesem Grunde müssen wir viele Jahre zurückschauen und einige unbekannte oder doch allzu geschwind vergessene Tatsachen hervorholen. Der Faschismus hat die Arbeiterorganisationen ja gar nicht zerstört. Vielmehr bekämpfte er die sozialistische Partei bis zu deren Vernichtung und zwar nicht wegen der seitens dieser Partei geltend gemachten sozialen Ansprüche, sondern gerade deswegen, weil der italienische Sozialismus, gleichgültig wider Wohl und Wehe der Arbeit und des ganzen Landes überhaupt, sich der Arbeitermassen lediglich zu politischen und Wahlzwecken bediente und zu alledem keinerlei innere Berechtigung mehr aufzuweisen hatte.

Während nun in der Tat das Programm der faschistischen Kämpfer Italiens sich bekanntlich von sämtlichen alten Parteien hinsichtlich der sozialen Reformen, die es in Vorschlag brachte, unterschied, wurden die Arbeiter aufgefordert, sich zum Schutz ihrer besonderen Ansprüche in die nationalen Syndikate einzureihen. Es konnte ja auch nicht anders kommen, da die Bahnbrecher des Faschismus, unter denen es nicht wenige echte Arbeiter gab, samt und sonders vom Sozialismus oder vom Syndikalismus herkamen und diese Bewegungen verlassen hatten, nachdem sie deren Unfähigkeit zu wahrer Revolution und deren parlamentarische Verkommenheit festgestellt hatten. Allein, der Faschismus bekämpfte nicht bloß die sozialistische Partei. Kraft seiner revolutionären Minderheit scharte er sich gegen sämtliche politischen Gruppen und Gebilde zusammen, ob links, ob rechts, welche die Macht behaupteten und in jeder Beziehung für die Mißherrschaft im Lande verantwortlich waren.

 

NOTWENDIGKEIT DER FASCHISTISCHEN TAT
VOLKSTÜMLICHKEIT DER BEWEGUNG

Jedermann hat die Lage Italiens um 1919 gegenwärtig: Geistig und politisch zerfallen, dazu unterwühlt von den Gegensätzen innerer Parteizerklüftung, erniedrigt durch einen ungerechten Frieden, ohne Hilfsquellen, in völliger Auflösung des wirtschaftlichen Lebens begriffen, verfiel Italien der Anarchie.

In solcher Lage, die man sich vergegenwärtigen muß, falls man überhaupt die faschistische Tat mit einer Spur von Ernst beurteilen mag, begann der Faschismus seine Schlacht. Nicht nur der Sozialismus (auf besondere Erwähnung des Kommunismus verzichten wir, da er in Italien nur verschwindend geringe Bedeutung hatte), sondern auch all die anderen Parteien und zahllosen politischen Grüppchen, die sich um die Wählerstimmen zankten, stellten ihre schäbigen Parteirücksichten über diejenigen des Landes. Kein Mensch setzte sich ernsthaft für schöpferischen Wiederaufbau ein; vielmehr nahmen Unordnung und Durcheinander von Tag zu Tag überhand.

Der Faschismus hatte also die zu verfolgende Straße gut abgesteckt. Seine Aufgabe lautete dahin, daß eine neue politische und soziale Ordnung aufzustellen war, geeignet, das über alle Maßen gewaltige Vorhaben von Italiens Wiederaufbau anzupacken und das Land einer Zukunft des Friedens und der Arbeit entgegen zu führen. An dieser Stelle dürfte eine kurze Überlegung angebracht sein. Wer wurde denn am fühlbarsten durch die in Italien herrschende Unordnung geschädigt? Wer hätte die Folgen der Anarchie tragen müssen, worein die Nation stürzte? Sicherlich doch nicht die Kapitalisten, welche, reich an Mitteln und mithin an Macht, zudem gemächlich Zeit gehabt hätten, mitsamt ihren Kapitalien ins Ausland abzuwandern! Offenkundig jedoch die Proletarier, denen bis dahin jegliche Gewißheit eines täglichen Brotes gemangelt hätte, in einem Italien, welches damals sogar das erforderliche Brotgetreide aus dem Ausland hatte einführen müssen!

Es ist also klar, daß die vom Faschismus auferlegte neue Ordnung weit entfernt davon, sich gegen die Arbeiter zu richten, vielmehr gerade den armen Schichten aufhalf und einer höheren Notwendigkeit von allgemeingültiger Prägung entsprach. Wenn übrigens der Faschismus im Auftrag von Klassenklüngeln gehandelt hätte, so würde er sich notwendigerweise mit der Stellung einer Hilfskraft des herrschenden Regimes begnügt haben. Hingegen fegte, zum Abschluß des lange währenden faschistischen Kampfes, der Marsch auf Rom eben dieses Regime hinweg. Überdies setzte Mussolini nach Erringung der politischen Macht eine so stattliche und wohlgefügte Reihe sozialer Neuerungen zugunsten der Arbeiter durch, daß Italien sich in wenigen Jahren an die Spitze der fortgeschrittensten Länder der Erde geschwungen hat.

 

DIE NEUE SOZIALPOLITIK

Nach allem Gesagten begreift man, daß die faschistische Politik nur Sozialpolitik sein konnte und ausschließlich für das dauernde und wirkliche Wohl des Proletariates gemacht werden durfte; denn das Proletariat ist Italiens größte Kraft und in seinem Namen nahm die revolutionäre Tat ihren Anfang. Das vornehmste Werkzeug dieser Politik war und ist das Syndikat. Gleichwohl darf Mussolinis Syndikalismus, diese lebendigste Wirklichkeit des faschistischen Italiens, in seiner Eigenart mit nichts verwechselt werden; denn er läßt sich mit nichts vergleichen und kann auch keine Vorläufer anerkennen. Die Syndikalisten aller Zeiten stellten stets den Klassenkampf als revolutionäres Mittel zur Aussonderung einer einzigen Klasse in den Vordergrund. Das faschistische Syndikatssystem erkennt das Vorhandensein von Gegensätzen zwischen den verschiedenen Produktionsgruppen durchaus an (denen es sogar die freie Verhandlung auf dem Boden völliger Gleichberechtigung zubilligt) und verfolgt als Ziel die Zusammenarbeit der Klassen, nicht in Form unbestimmter und allgemeiner Leitgedanken, sondern als die unerläßliche Bedingung zur Erzielung eines befriedigenden Einvernehmens und als die Verschmelzung aller Einzelbestrebungen.

Es ist natürlich und selbstverständlich, daß solche Ziele nur von einem starken Staate verfolgt werden konnten, einem Staat, wie ihn die faschistische Revolution gezeitigt hat, der sich nicht vor den Drohungen der Parteien duckt und sich unabhängig von inländischem und ausländischem Kapitalismus erhält, einem Staat mithin, der sich als Zusammenfassung sämtlicher innerlich berechtigter Ansprüche oberhalb von selbstsüchtigen Bestrebungen behauptet. Durch zwei Kerngedanken, die nachher durch die "Carta del Lavoro" bekräftigt wurden, hat sich die Politik des Faschismus bestimmen lassen:

1. Arbeit in jeglicher Form ist soziale Pflicht.

2. Die einzelnen Produktionsbetriebe finden ihre Bestimmung in der Wohlfahrt des Volkes.

Mit anderen Worten: Arbeit mußte Pflicht des Arbeiters sein. Pflicht des Kapitals aber hieß Produktion, nicht als Anstrengung lediglich für den persönlichen Gewinn verstanden, sondern als Vermehrung des Reichtums im Dienste der nationalen Gemeinschaft. Außerdem hatte der Arbeiter ein Recht auf angemessenen Lohn, will heißen, einen Lohn, der den gegebenen Daseinsbedingungen und dem Arbeitsertrag entspricht, und auf eine angemessene Beschränkung der Arbeitszeit, auf Schutz bei Arbeitsunfähigkeit, Alter und Arbeitsunfall. Das Recht der Produktion aber bestand in der Gewißheit, sich behaupten und entfalten zu dürfen, ohne sich irgendwie im Verborgenen abquälen zu müssen.

Dem Proletarier wurde die unter parlamentarischer Herrschaft mächtige, häufig freilich dem Arbeiter selber Verderben bringende Waffe des Streiks entzogen. An dessen Stelle traten zuverlässige Bürgschaften, welche die Rechte der Arbeit sicherstellten und den Arbeiter sogar ausdrücklich auferlegten, daß er, anstatt sich zu ducken, ihre Einhaltung fordere. Dem Kapital wurde nicht nur die Waffe des Aussperrung genommen, sondern es wurde ihm die ständige, wirksame Hilfe an den Arbeiter auferlegt, auch außerhalb des Arbeitsumkreises, auf dem sehr ausgebreiteten Gebiet von Familie und Leben.

Und so sind einander Kapital und Arbeit, indem man sie auf gleicher Ebene in vollkommenste Entsprechung von Pflichten und Rechten brachte, sachte, aber endgültig nahe gekommen. Beide haben eingesehen, wie nötig sie einander haben, und lernten, mit gleicher Hingabe ihre Pflicht zu erfüllen, indem sie durch ihr Zusammenwirken den wirtschaftlichen und sozialen Neuaufbau der Nation in Angriff nahmen. Ein "sozialer Garten Eden" wird mancher spötteln. Keineswegs! Zusammenarbeit heißt nicht, jeden Gegensatz zwischen den einzelnen Produktionsgruppen aufheben. Sie bedeutet vielmehr: den Gegensatz zwischen den verschiedenen Ansprüchen nicht dermaßen zu versteifen, daß dadurch die Allgemeinheit geschädigt wird. Gerade in dem Lande (Anmerkung: Sowjetunion), wo das Gesetz den Kommunismus auferlegt, kennen Millionen und Abermillionen von Menschen nichts als Arbeitssklaverei, unbarmherzig aufgezwungen durch einen Kapitalismus, der, weil er von Staats wegen ist, weit mehr den Herrn spielt, als in den Ländern von freizügigerem Regime.

 

DIE SYNDIKALISTISCHE ORDNUNG 

Der faschistische Syndikalismus entstand, wie schon erwähnt, in bewußten Gegensatz zu den politischen Organisationen sozialistischen oder kommunistischen Gepräges. Nur vier Jahre nach dem Marsch auf Rom wurde er auf Grund des Gesetzes vom 3. April 1926 als einzige anerkannte Verbandsform eingesetzt. Den Grundstock des Systems, man könnte ohne weiteres sagen: den Grundstock des Staates selber bildet das "Syndikat", dem in klar voneinander geschiedenen Gefügen Arbeiter und Unternehmer, freie Berufe und Künstler angehören. Es ist nicht ein ausschließlich politisches oder ausschließlich wirtschaftliches oder ausschließlich berufliches Gebilde, sondern eine nach Wesen und Wirkung in allen Teilen vollendete Einrichtung. Dient sie doch im Ganzen nicht bloß wirtschaftlichen, politischen und beruflichen, sondern auch Zwecken der Wohlfahrt, der Rechtspflege und der Sittlichkeit.

 

DIE KORPORATIONEN

Wir wollen uns nun mit den Korporationen befassen. Diese stellen genau das zweckdienliche Werkzeug dar, mittels dessen die neue soziale Ordnung sinnfällig zur Tat gemacht wird. Die Korporationen sind Staatsbehörden, gebildet aus den Vertretern der faschistischen Partei, den öffentlichen Verwaltungen und all den Ständen, welche an der Schaffung der verschiedenen Produktionszweige teilnehmen (Arbeiter, Arbeitgeber, Techniker, usw.). Sie haben die Grundaufgabe, die Produktion zu leiten. Es ergibt sich daraus, daß die Arbeitervertreter auf dem Boden restloser Gleichberechtigung mit den Vertretern der Arbeitgeber am Leben der Korporation teilnehmen und, gleichfalls auf einem Boden restloser Gleichberechtigung, sich an der Leitung der Produktion beteiligen.

Durch das Werk der Korporation hört also das Unternehmen auf, ausschließlich ein Geschäft seines Besitzers zu sein, und wird somit tatsächlich als eine öffentliche Angelegenheit anzusehen sein. Freilich müssen Bedeutung und Richtung solcher Neuerungen wohl verstanden werden, denn es handelt sich hier nicht um neue Formen von Kollektivismus oder Staatssozialismus. Der persönliche Unternehmungsgeist ist in den allgemeinen Richtlinien der Korporationsbehörden erst recht verstärkt. Das Privateigentum wird keineswegs aufgehoben, aber seine Natur wird von Grund auf umgewandelt, indem man ihr einen neuen Inhalt und eine neue soziale WirkungsweiseWirkungsweise zugunsten der Allgemeinheit zuweist.

Auf solche Weise wird unmittelbar die rege Teilnahme am Leben der Unternehmung bei allen denen geweckt, die dort an der Gesamtproduktion mitarbeiten. Auf solche Weise wird die Wahrscheinlichkeit einer gleichmäßigen Verteilung von Anstrengung und Produktionsertrag gewährleistet. Die Stellung der Korporationen im faschistischen Regime ist also wohl klar. Sie sind Staatsbehörden, aber doch autonom, da sie die Selbstregierung der Wirtschaftsgruppen verwirklichen. Die Grundidee lautet: Selbstregierung bedeutet gerade die Möglichkeit, über die eigenen Ansprüche entscheiden zu können, indem man sie zu Interessen der Nation und der Gemeinschaft zu erheben versteht. Damit werden die Korporationen zur Grundinstitution des Regimes.

 

DAS ARBEITER-SYNDIKAT

Oft genug wurde behauptet, die Berufsvereinigungen in Italien seien nicht im Geringsten so etwas wie fortgeschrittene Gesellschaftsformen, festgefügt zum wirtschaftlichen und moralischen Schutz der sie bildenden Gruppen, vielmehr eine Art Zwangsanstalt oder gar politischer Mausefalle, darein die Arbeiter mit dem Köder des Eigennutzes gelockt werden, welche im übrigen von der Ersprießlichkeit des Faschismus durchaus nicht sattsam überzeugt seien.

Darauf ist zunächst zu bemerken, daß die Einschreibung beim Syndikat nach ausdrücklicher Gesetzesbestimmung freigestellt bleibt. Wie wahr es ist, daß keinerlei Druck von irgendwoher ausgeübt wird, um den Arbeiter zum Anschluß zu bewegen, geht schon daraus hervor, daß eben gar nicht alle Arbeiter beim Syndikat eingeschrieben sind. Dessen ungeachtet auferlegt das Gesetz dem Syndikat, in ganz gleicher Weise für das Wohl der eingeschriebenen wie für das der uneingeschriebenen Arbeiter zu sorgen. Diese Gleichheit in der Behandlung gegenüber sämtlichen Arbeitern von Seiten der faschistischen sozialen Einrichtungen wurde immer ausdrücklich durch das Gesetz beglaubigt.

Es ist mithin ganz dumme und plumpe Erfindung, was sich beispielsweise auf die Anstellung von Arbeitern beziehen will und wonach nur die bei der Partei oder bei den Syndikaten Eingeschriebenen zur Arbeit zugelassen würden. Vielmehr ist genau das Gegenteil wahr, indem nämlich Italien das einzige Land der Erde ist, das den Syndikaten Fürsorgeleistungen auch zugunsten der Nichtorganisierten auferlegt. Außerdem und unerachtet allen Geschwätzes, das über vorgebliche "italienische Diktatursysteme" in Umlauf gebracht wird, werden die Syndikatsleiter durch freie Abstimmung der Arbeiter gewählt. Es ist nur folgerichtig, wenn sich diese die geeignetsten aus ihren Kameraden herausholen, damit sie mit organisatorischer Geschicklichkeit, Bildung und syndikalistischer Begeisterung die Rechte ihrer Gruppe auch zur Geltung bringen. Dieses Wahlsystem gibt den Arbeitern nicht allein die mathematische Sicherheit, daß ihre eigenen Ansprüche in tapferer Weise vertreten werden, sondern erlaubt auch dem Niedrigsten unter ihnen, sofern er nur entsprechende Fähigkeiten zeigt, den Aufstieg zu den höchsten syndikalistischen Posten.

 

BANKENREFORM

Die vor einiger Zeit durchgeführte, umfangreiche und gründliche Bankenreform hatte zum Ziel, das Kreditwesen den neuen korporativen Grundsätzen vom Einheitsgefüge und öffentlichem Interesse der Produktion anzugleichen und mit ihnen in Übereinstimmung zu bringen. Indem man wirklich von der Vorstellung ausgeht, daß Sparkapital und Kredit ihre Bestimmung im öffentlichen Wohl finden, setzt sich die Reform zur Aufgabe, den Schutz des Sparkapitals und die Beaufsichtigung des Kreditwesens sicher zu stellen. Vor allem hört das Geld auf, einzig dem Interesse einzelner Menschen anvertraut zu bleiben, und kommt unter Kontrolle. Über sämtliche Kreditanstalten, wie auch über die Sparkassen und die Leihhäuser, und sogar über die Filialen ausländischer Banken, übt das Inspektorat seine Aufsicht aus.

 

DEM ZIEL ENTGEGEN!

Nun hat also der große Marsch des Faschismus, der 1919 von einer revolutionären Minderheit angetreten wurde, viele Etappen zurückgelegt. Mit der gleichen Stoßkraft wird er auch diejenigen noch überwinden, die ihn vom endgültigen Ziel trennen. Die Arbeiter aller Länder sollten über die Worte Mussolinis nachdenken:

"Der Faschismus dachte nie daran, die ganze Wirtschaft in Bausch und Bogen auf einen gemeinsamen staatlichen Hauptnenner zu bringen, also etwa die gesamte Volkswirtschaft in ein Staatsmonopol umzuwandeln. Nein, die Korporationen zügeln sie nur, und der Staat nimmt sie lediglich in dem Maße auf, wie es seiner Verteidigung, überhaupt, wie es dem Fortbestehen und der Sicherheit des Vaterlandes nottut. In dieser Wirtschaft mit ihren notwendigermaßen mannigfaltigen Erscheinungsformen – wie denn die Wirtschaft einer jeglichen Nation von hoher Kulturentwicklung vielgestaltig ist – werden die Arbeiter mit gleichen Rechten und mit gleichen Pflichten Mitarbeiter am Unternehmen, unter denselben Ansprüchen wie die Geldgeber oder die technischen Leiter. Im faschistischen Zeitalter wird die Arbeit in ihren unendlichen Sonderformen zum einzigen Maßstab, an dem der soziale und nationale Nutzen von Einzelmenschen und Gemeinschaften gemessen werden."

"In der faschistischen Wirtschaft wird jene höchste soziale Gerechtigkeit wahr werden, die in aller Zeit die Sehnsucht der Menge im rauhen und alltäglichen Kampf mit den nacktesten Lebensnöten bildet."

"Die Eigenart aller staatlichen und nebenstaatlichen faschistischen Wirtschaft ist in unserer Lehre und unseren Verwirklichungen ganz schlicht umrissen unter dem beharrlich festgehaltenen Ziel, das da heißt: fortschreitende sittliche und materielle Hebung der arbeitenden Massen und ihre immer innigere Einschmelzung in das Leben der Nation."

"Und jene marxistischen Dutzendredner, die von einer italienischen ‘Diktatur’ sprechen, sind nur zu vergleichen mit den berühmten Lohgerbern, denen die Felle weggeschwommen sind. Das wirkt für den, der die Dinge tatsächlich kennt, lächerlich, kindisch und naiv. Das italienische Volk und die italienische Entwicklung ist längst über diese Dinge zur Tagesordnung übergegangen. Das Wort Marxismus existiert gar nicht mehr, und das Wort Bolschewismus kommt nur noch in den Wörterbüchern vor, aber nicht mehr in der harten Praxis des Lebens."

Dr. Joseph Goebbels: "Der Faschismus und seine praktischen Ergebnisse" in den Schriften der Deutschen Hochschule für Politik.

 


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