Nationale Spaßgesellschaft
Der Philosph Moritz Carrière (1817 –
1895) stellte einmal treffend fest: »Ein Volk, das sich dem
theoretischen und praktischen Materialismus ergibt, wird vom Rade der
Geschichte zermalmt, wenn es nicht langsam verwest, denn es gibt seine
Seele auf.«
Aber was ist Materialismus eigentlich? Die Frage stellen, heißt, sie zu
beantworten: Materialismus ist jene Haltung dem Leben gegenüber, in
welcher das eigene Wohlergehen und möglichst bequeme Fortkommen allem
anderen übergeordnet wird. Mit einem fortgesetzen Appell an die
niedersten Instinkte des Menschen, Egoismus, Neid und Besitzgier, läßt
der Materialismus keinen Raum für Idealismus, Opferbereitschaft und
Uneigennützigkeit übrig.
Materialismus bedeutet daher zwangsläufig den Niedergang und Exitus
einer jeden menschlichen Gemeinschaft, deren wichtigste im Leben eines
Menschen sein Volk darstellt, in das er schicksalhaft hineingeboren
wurde und mit dem sein eigenes Schicksal untrennbar, auf Gedeih und
Verderb verwoben ist. Nur Gemeinschaften, deren Angehörige für sie
einstehen, arbeiten und kämpfen, können Bestand haben, sich entfalten
und entwickeln.
Der Nationalist stellt diesen Erkenntnissen Rechnung tragend die
Gemeinschaft in das Zentrum seines Denkens und Handelns. Oder richtiger
gesagt: Er sollte es tun. Denn es ist leider eine traurige aber nicht zu
leugnende Tatsache, daß Teile des nationalen Lagers allen
anderslautenden Bekundungen zum Trotz mittlerweile genauso
materialistisch veranlagt sind wie der gemeine Bundesbürger.
Besonders augenfällig wird diese unheilvolle Entwicklung, wenn
Repressionen des Systems zu einem erheblichen Abtrieb der
Teilnehmerzahlen bei nationalen Veranstaltungen führen. Wird anstelle
von »Action« und Spaß mit Einschränkungen und Behinderungen gerechnet,
ziehen es etliche Nationale vor lieber Zuhause zu bleiben, anstatt den
Weg zur Demo oder Kundgebung auf sich zu nehmen – und tun damit genau
das, was sich das System durch seine Schikanen und Verbote erhofft.
So wie in diesem System das »Verdienen« – und nicht, wie es sein sollte,
das »Dienen« – den Leitstern allen Handelns von Staat und Gesellschaft
bildet, so wie jedermann nur »Rechte« einfordert, aber keine »Pflichten«
auf sich nehmen will, wollen auch zunehmend Angehörige des Nationalen
Widerstandes zuerst sicher sein, etwas »geboten« zu bekommen, bevor sie
sich irgendwo einbringen. Je weniger diese Sicherheit gewährleistet
werden kann, desto mehr schwindet auch die Bereitschaft, Einsatz zu
zeigen, bei allzuvielen.
Ein verkommenes System
Im Vorfeld von Veranstaltungen und Aktionen
wird daher auch kaum gefragt: »Was kann ich tun, um mitzuhelfen? Wo
kann ich unterstützend tätig werden? Wo einen Beitrag leisten?«. Fragen
wie: »Sind gute Redner da? Ist die Wegstrecke ansprechend? Wie lange
soll es denn dauern? Gibt es viele Auflagen?« werden hingegen auffallend
häufig gestellt. Die Erlebnisorientierung steht im Vordergrund.
Dies und viele andere Indizien sind Belege dafür, daß sich auch das
nationale Lager in 66 Jahren demokratischer »Herrlichkeit« dem
entnervenden Gift materialistischer Stickluft nicht gänzlich entziehen
konnte. Wir alle sind eben Kinder eines verkommenen Systems und wurden
von einer dahinsiechenden Gesellschaft mehr oder minder stark geprägt.
Das müssen wir erkennen, um dem entgegenwirken zu können. Je früher,
desto besser.
Nur wenn wir konsequent mit der vorherrschenden Lebenshaltung des
Materialismus brechen, wird es uns gelingen, das eigene Dasein in den
Dienst einer ethisch überlegenen Idee zu stellen, die uns als Volk in
die Lage versetzt, dem Verfallsprozeß unseres Gemeinschaftslebens und
damit dem drohenden Volkstod Einhalt zu gebieten.
Deshalb: Gemeinnutz vor Eigennutz!
Axel W. Reitz
Quelle: Deutsche Stimme