Rettet die Deutsche Sprache!

Mit Bedauern und Entsetzen muß man feststellen, daß die
deutsche Sprache immer mehr Veränderungen hinnehmen muß. Leider sind diese
nicht positiver Art, ganz im Gegenteil! Das Deutsche leidet dieser Tage mehr
denn je unter verschiedenen Negativeinflüssen, derer es sich kaum entziehen
kann. Die Verwendung zahlloser Anglizismen, unsägliches Straßendeutsch und der
fortschreitende Verzicht auf grammatikalisch einwandfreie Sätze sind nur einige
der Nägel am Sarg der deutschen Sprache.
Wie anmutig klingen doch die Worte des großen Johann Wolfgang von Goethe, wenn
er in „Dichtung und Wahrheit“ schon auf der ersten Seite vom Tag seiner Geburt
erzählt: „Am 28.August 1749, mittags mit dem Glockenschlage zwölf, kam ich in
Frankfurt am Main auf die Welt. Die Konstellation war glücklich: die Sonne
stand im Zeichen der Jungfrau und kulminierte für den Tag; Jupiter und Venus
blickten sie freundlich an, Merkur nicht widerwärtig, Saturn und Mars
verhielten sich gleichgültig; nur der Mond, der soeben voll ward, übte die
Kraft seines Gegenscheins um so mehr, als zugleich seine Planetenstunde
eingetreten war. Er widersetzte sich daher meiner Geburt, die nicht eher
erfolgen konnte, als bis diese Stunde vorübergegangen.“
Doch heutzutage wissen die meisten Deutschen die Schönheit ihrer Muttersprache
gar nicht mehr zu würdigen, beschmutzen sie diese doch durch die Verwendung
(pseudo-)englischer Begriffe oder durch multikulturell beeinflußte
Fehlerhaftigkeit. Im Folgenden werden einzelne sprachtötende Fakten
vorgestellt. Hoffentlich erkennt der aufmerksame Leser, wie weit der Verfall
unserer wunderschönen Sprache schon vorangeschritten ist. Jeder Einzelne kann
zu jeder Zeit dazu beitragen, sich dem drohenden Sprachtod (man könnte auch vom
Sprachmord sprechen) entgegenzustellen, indem er stets darauf achtet, einen
gewissenhaften Umgang mit der deutschen Sprache zu pflegen.
Zu Anfang erfolgt ein klein wenig Grammatik-Auffrischung: Im Deutschen
existieren vier Fälle (auch Kasus genannt), nämlich der Nominativ (Wer-Fall),
Genitiv (Wessen-Fall), Dativ (Wem-Fall) und der Akkusativ (Wen-Fall). Mit ‚nur’
vier Fällen kann sich der Grammatikfaule noch freuen, existieren doch z.B. im
Tschechischen gleich sieben Fälle! Doch selbst von den vier Fällen im Deutschen
droht mindestens einer schon bald das Zeitliche zu segnen, mit dem Genitiv und
dem Dativ sind gar zwei Fälle akut gefährdet. Um die fehlerhafte Verwendung
bzw. den allmählichen Verfall einmal zu verdeutlichen, folgen nun verschiedene
Variablen einer Aussage. Alle Sätze sind – wenn auch mit anderem Wortmaterial –
in der Alltagssprache häufig genug zu hören, doch nur einige sind auch korrekt.
Aber welche? Überprüfen Sie sich selbst einmal und entscheiden Sie, welche
Sätze korrekt und welche fehlerhaft sind:
Der Hund des Mannes ist gefährlich.
Des Mannes Hund ist gefährlich.
Der Hund,
welcher dem Mann gehört, ist gefährlich.
Der Hund von dem Mann ist gefährlich.
Dem Mann ihm sein Hund ist gefährlich.
Der Hund, wo dem Mann gehört, ist
gefährlich.
Der Hund von den Mann ist gefährlich.
Dem Mann sein Hund ist
gefährlich.
Wenn auch unterschiedlich wohlklingend, sind lediglich die ersten vier Sätzen
wirklich korrekt. Achten Sie im Alltag mal darauf!
Weiter geht es mit den sogenannten Anglizismen, also jenen Wörtern, die der
englischen Sprache entstammen und ins Deutsche eingebunden werden. Die
Verwendung dieser Begriffe geht leider inzwischen deutlich über den Status
einer reinen Modeerscheinung hinaus, spricht man hier und dort gar schon von
der Phantasiesprache ‚Denglisch’. Die Anglizismen fanden ihren Weg in den
deutschen Sprachgebrauch zunächst über den Bereich der Technologie, aber –
gerade in Jugendkreisen – natürlich auch über englischsprachige Musik. Zwar ist
es hilfreich für den Englischunterricht in der Schule sowie für den beruflichen
Gebrauch der Weltsprache Nummer eins, einige Begriffe ganz nebenbei zu
erlernen, doch sollte natürlich die englische von der deutschen Sprache
getrennt gesprochen werden. Ganz abgesehen davon entwickelten die Deutschen
dabei leider einige Bezeichnungen, die den englischen Begriffen gar nicht
entsprechen, wie z.B. das allseits beliebte Wort „Handy“ (wörtlich: geschickt,
handlich) als Bezeichnung für das Mobiltelefon (englisch: mobile phone oder
cellular phone). Leider wird dieser Begriff – wie so manch anderer auch – beim
Erlernen der englischen Sprache genauso benutzt wie im Deutschen. Ein fataler
Fehler!
Warum aber benutzen so viele Deutsche in ihren alltäglichen Gesprächen ständig
Wörter wie „Meeting, Team, Drink, Computer, Sound, Airbag, Flyer, Label, cool,
…“? Leider nimmt der Gebraucht englischer Begriffe anstelle von deutschen
Worten ständig zu und bedroht die deutsche Sprache; eine große Anzahl von
deutschen Begriffen wird heutzutage kaum verwendet bzw. der Gebrauch wird belächelt.
(Internationalismen hingegen erleichtern den Sprachgebrauch, Wörter wie „Film“
oder „Polizei“ versteht man in vielen Ländern dieser Welt und sollen hier nicht
Bestandteil der Kritik sein.)
Ein weiteres Negativ-Phänomen ist das sogenannte Straßendeutsch. In ganz
besonderer Weise ist die deutsche Sprache durch die Entwicklung unseres
geliebten Heimatlandes zu einem multikulturellen und damit kulturärmeren Staat
beeinflußt. Man spricht in diesem Zusammenhang auch von ‚Türkendeutsch’, ‚Kanak
Sprak’ oder ‚Kanakisch’, doch läßt sich dies im allgemeinen Sinne am besten als
‚Straßendeutsch’ wiedergeben. Die Sprache zeichnet sich vorrangig durch falsche
Grammatik und eine unkorrekte Aussprache aus. Diese ‚Szenesprache’ findet sich
hauptsächlich in Großstädten wieder, hat aber auch auf dem Land schon Einzug
gehalten. Es handelt sich um eine Mischsprache, die von Ausländern beeinflußt
wurde und schnell auf eine große Gruppe – vor allem Jugendlicher – übergriff.
Vorrangig ist dieses Straßendeutsch ein leidiges Phänomen des mündlichen
Sprachgebrauchs, doch durch die enorme Fehlerhaftigkeit ist selbstverständlich
auch der schriftliche Gebrauch der deutschen Sprache stark beeinflußt.
Leider entwickelte sich die deutsche Sprache auch dahingehend, daß viele
Menschen nur schwerlich in der Lage sind, vollständige Sätze zu formulieren –
sowohl im mündlichen als auch im schriftlichen Sprachgebrauch. Besonders
beeinflußt ist dies durch die modernen Medien, vorrangig durch das Mobiltelefon
und dem damit verbundenen Zwang, sich möglichst kurz zu fassen – ursprünglich
aufgrund der beschränkten Anzahl der Zeichen pro Kurznachricht – sprechen und
schreiben vorrangig junge Menschen verstärkt in unvollständigen Sätzen. Selbst
ohne die Notwendigkeit, sich mit möglichst wenigen Worten mitzuteilen, sind
viele Deutsche kaum mehr in der Lage, wirklich ausgereifte, grammatikalisch und
orthographische richtige Sätze zustande zu bringen. Statt der Mitteilung der
eigenen Meinung und Gefühlslage werden häufig nur Satzbruchstücke und sogenannte
‚Icons’ oder ‚Smileys’ verwendet, manchmal kommt es gar im mündlichen
Sprachgebrauch zu unsinnigen Wortschöpfungen wie „lol“ (steht für „laughing out
loud“, also lautes Loslachen).
Wer einen Blick auf die Weltnetzseiten aus Deutschland wirft, wird feststellen,
daß dort – zumindest im Bereich der privaten Seiten oder Kontaktbörsen – kaum
einmal vernünftige Sätze zu finden sind. Ebenso verhält es sich in zahlreichen
Diskussionsforen, in denen vollständige Sätze ohne ‚Smileys’, Anglizismen u.ä.
geradezu verpönt scheinen. Leider hat dieses Unheil auch schon seinen Weg in
die elektronische Post gefunden, denn dort wird immer weniger Wert auf das
Einhalten gewisser Formalien gelegt. Die meisten Personen, welche diese
elektronische Post verwenden, verzichten zusehends auf die höfliche Anrede und
einen Abschiedsgruß. Dadurch erfolgt eine Abwertung dieser Art der
schriftlichen Kommunikation. Doch sei noch hinzugefügt, daß ein Großteil der
Deutschen heutzutage ohnehin kaum mehr in der Lage zu sein scheint, angemessene
Briefe zu verfassen.
Es ließen sich nun natürlich zahlreiche Beispiele für das Verkommen der
deutschen Sprache und der Gründe hierfür aufzählen, doch soll dies nur anhand
zweier Hauptbereiche, die gerade auch auf die Jugend einen großen Einfluß haben,
erfolgen: Musik und Fußball.
Der Verlust der Identität mit Deutschland – und das ist eben ein entscheidender
Bestandteil des Verkommens der deutschen Sprache – zeigt sich deutlich im
Bereich der Musik. Leider hält es ein Großteil der BRD-Musiker heutzutage für
besonders förderlich, sich mit englischsprachigen Texte in der Musikszene einen
Namen zu machen.
Zur Glanzzeit des deutschen Schlagers wurde die deutsche Sprache in der Musik
noch geschätzt (s. Texte von Michael Holm, Udo Jürgens u.a.), in den 80er
Jahren erfolgte mit der Neuen Deutschen Welle eine sprachliche Renaissance,
doch ansonsten wurde – bis auf einige namhafte Ausnahmen – das Deutsche
zusehends vernachlässigt und auf die englische Sprache gesetzt. Zwar gibt es
auch einige Musiker, die eigentlich immer an ihrer Muttersprache festhielten
und damit über Jahre hinweg Erfolg haben (z.B. Westernhagen und Grönemeyer),
doch gerade aufstrebende Jungmusiker, die sich die heutigen Kinder und
Jugendlichen so gerne zum Vorbild nehmen, glauben offenbar, nur mit
englischsprachigen Texte in der Musikszene Fuß fassen zu können. Es kommt
schließlich nicht von ungefähr, daß man aktuell erfolgreiche Musiker wie die No
Angels oder Lena Meyer-Landruth nur in der Fremdsprache singen hört. Zwar
setzen BRD-Musiker auch wieder auf die deutsche Sprache, doch so mancher glaubt
auch nur, dem Deutschen damit einen Dienst zu erweisen. Ist es doch immer
wieder das zuvor schon erwähnte Straßendeutsch (gerade ein Phänomen der
Hip-Hop-Szene), welches verwendet wird, aber mit dem Anmut der deutschen
Sprache nur wenig gemein hat. Aber es ist auch wenig verwunderlich, daß
zusehends auf nicht-deutsche Texte gesetzt wird, sind viele
BRD-Retorten-Musiker (z.B. aus den sogenannten Castingshows) kaum einmal
deutscher Herkunft. Da ist es doch um so schöner, nationalen Liedermachern zu
lauschen wie z.B. Frank Rennicke, der auch alte Volksweisen wieder aufleben
läßt und dessen deutsche Texte einen wahren Hochgenuß für deutsche Ohren
bieten.
Doch der steigende Multi-Kulti-Wahn ist nicht nur in der Musik zu finden,
sondern auch in der Deutschen liebsten Sportart, dem Fußball. „Auf dem Platz
wird die Sprache Fußball gesprochen“, sagte einst ein Bundesligatrainer. Diese
Aussage ist nicht verwunderlich, denn heutzutage kann nur schwerlich überzeugend
behauptet werden, daß in Deutschlands Profi- und auch Amateurmannschaften
Deutsch gesprochen wird. Bei den meisten Vereinen bleibt den Spielern kaum
etwas anderes übrig, als sich von der deutschen Sprache weg und hin zur
‚Sprache Fußball’ zu orientieren, kommen die Spieler doch aus aller Herren
Länder. Den meisten Profimannschaften in Deutschland gelingt es kaum einmal,
mehr als die Hälfte deutscher Spieler auf dem Platz zu haben, nicht selten
schaffen es nur zwei bis drei Deutsche in die Startelf.
Leider setzen immer weniger Vereine auf den eigenen (deutschen) Nachwuchs und
‚verstärken’ sich statt dessen lieber mit durchschnittlichen Spielern aus dem
Ausland. (Damit stellt die Bundesliga unweigerlich ein Spiegelbild der BRD
dar.) Obwohl immer mehr Vereine den eigenen Nachwuchs vernachlässigen, ist die
deutsche Nationalmannschaft nicht minder erfolgreich. Doch ist auch hier die
Frage, ob sich in der deutschen Nationalelf die deutsche Sprache als
Hauptkommunikationsmittel langfristig durchsetzen kann. Zwar wurde in den
letzten Jahren glücklicherweise von weiteren Panik-Einbürgerungen (s. Sean
Dundee oder Paulo Rink) abgesehen, doch die Aufstellungen der
(Nachwuchs-)Nationalmannschaft(en) lassen einen so manches Mal kaum erahnen,
welches Land gerade aktiv ist. Die Entwicklung der Nachwuchsmannschaften des
DFB hat längst die A-Nationalelf erreicht. Während noch vor einigen Jahren
ausschließlich Deutsche die deutsche Nationalmannschaft bei Turnieren vertreten
haben, hat sich die Elf zuletzt zu einer Multi-Kulti-Truppe entwickelt, in der
zahlreiche Spieler ‚mit Migrationshintergrund’ nur bedingt die deutsche Sprache
beherrschen Ein Blick auf die Elf der WM 2010 verrät einiges: Mesut Özil, Sami
Khedira, Jerome Boateng, Mario Gomez, Dennis Aogo, … Deutsche Nationalmannschaft
oder internationale Auswahl? Und der nichtdeutsche Nachwuchs wartet schon, u.a.
Richard Sukuta-Pasu und Sidney Sam (U21), Mohamed Asif und Dani Schahin (U20)
oder Bienvenue Basala-Mazana, Tolga Cigerci und Shkodran Mustafi (U19). Auch
bei den Frauen sieht es kaum anders aus, spielen dort doch u.a. Navina Omilade,
Fatmire Bajramaj und Celia Okoyino da Mbabi (A-Elf), Turid Knaak und Dzsenifer
Marozsan (U20) oder Irini Ioannidou und Sara Doorsoun (U19), um auch hier nur
einige Beispiele zu nennen. Um so erfreulicher ist es da doch, daß mit Thomas Müller ein Deutscher mit
wohlklingendem Namen bester WM-Nachwuchsspieler und WM-Torschützenkönig
geworden ist!
Die Entwicklung zur multikulturellen Gesellschaft wird unter den derzeitigen
Systemparteien ebenso wenig aufzuhalten sein wie das Verkommen der deutschen
Sprache. Doch zum Erhalt des Deutschen können wir alle jederzeit unseren Teil
beitragen, indem wir immer darauf achten, vollständige und grammatikalisch
richtige Sätze ohne Anglizismen, Straßendeutsch-Vokabular oder sonstigem
Nichtdeutschen zu sprechen und zu schreiben. Retten wir gemeinsam die deutsche
Sprache!
Josephine G.