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Bewaffneter Kampf gegen alliierte Kriegstreiber





Manch übereifriger Staatsanwalt wird sich bei dieser Überschrift bereits die Hände reiben und wittert einen Aufruf zum bewaffneten Widerstand. Bevor der bundesdeutsche Staatsapparat jedoch mit aller härte des Gesetzes zuschlägt, empfehlen wir die vollständige Lektüre des vorliegenden Artikels, denn es geht hier nicht um nationalen Terrorismus, sondern lediglich um ein Videospiel.

In den vergangenen Jahren gab es unzählige Videospiele, in denen man als „tapferer“ US-Soldat gnadenlos gegen deutsche Wehmachtssoldaten vorgehen konnte. Die Rollen waren hier klar verteilt. Im Kampf um Freiheit, Frieden und Demokratie war den US-Truppen fast jedes Mittel recht, um die bösen Deutschen zu bekämpfen. Nun will der Computer- und Videospielhersteller Electronic Arts im Oktober ein Spiel auf den Markt bringen, das eine andere Rollenverteilung ermöglicht. In Afghanistan kann der Spieler auch in die Rolle der Taliban schlüpfen und gegen die ISAF-Truppen kämpfen. Diese „politisch unkorrekte Sichtweise“ erregt nicht nur in England, wo der britische Verteidigungsminister Liam Fox sogar ein Verkaufsverbot fordert, sondern auch bei uns in der Bundesrepublik die Gemüter einiger Gutmenschen.  "Es ist widerwärtig, so ein Spiel auf den Markt zu bringen, während in Afghanistan Menschen sterben", sagte Wilfried Stolze, Sprecher des Deutschen Bundeswehrverbands. Noch deutlicher wird aber auch hier der britische Verteidigungsminister. "Die Taliban sind dafür verantwortlich, daß Kinder ihre Väter und Frauen ihre Ehemänner verloren haben“, so Fox.

Wird hier vergessen wer den Konflikt in Afghanistan überhaupt begonnen hat?

Unter fadenscheinigen Begründungen marschierten US-Amerikanische Truppen kurze Zeit nach dem Einsturz des Word Trade Centers, im vermeintlichen Kampf gegen den internationalen Terrorismus, in Afghanistan ein. Nach dem Sturz der Taliban-Regierung und der weitgehenden Eroberung des Landes begannen Truppen mit der Suche nach al-Qaida-Mitgliedern, vor allem Osama bin Laden. Mutmaßliche Terroristen wurden  völkerrechtswidrig festgenommen und teilweise auf den US-Stützpunkt Guantanamo auf Kuba geflogen. Ist es unter diesem Gesichtspunkt verwunderlich, dass noch heute ein blutiger Bürgerkrieg in Afghanistan tobt, welcher unter anderem auch 43 deutsche Todesopfer forderte?

Doch zurück zum eigentlichen Thema. Der Videospielhersteller Electronic Arts wird bis zur Veröffentlichung des Spieles im Oktober sicherlich noch manche Hürde überwinden müssen, denn man kann getrost davon ausgehen, daß die so genannte „Westliche Wertegemeinschaft“, natürlich nur im Namen von Menschlichkeit und Humanität, alle Hebel in Bewegung setzen wird, um die Veröffentlichung des Spiels in letzter Minute zu verhindern.





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