Friedrich Engels
Noch immer ein Vorbild für die deutsche Linke?

Zusammen mit Karl Marx gilt Friedrich Engels (1820 - 1895)
als der Begründer des Kommunismus. Im Jahre 1844 lernten sich beide kennen und
beschlossen sogleich aufgrund vieler politischer Gemeinsamkeiten,
zusammenzuarbeiten. Bekanntestes Produkt der langjährigen Zusammenarbeit ist
das „kommunistische Manifest“, welches Marx 1848 nach einem Entwurf von
Friedrich Engels veröffentlichte. Hierin formulierten sie die Grundlagen des
Klassenkampfes und der gesamten sozialistischen Ideologie. Es beeinflußt noch
heute fast jede kommunistische und sozialistische Ideolodie-Variante.
Auch nach dem Tod von
Marx und Engels blieben die politischen Überlegungen der beiden Begründer des
Kommunismus unvergessen. heute, über 150
Jahre nach der Veröffentlichung des „kommunistischen Manifests“, existiert in
Deutschland eine „Marxistisch-Leninistische Partei Deutschlands“ (MLPD) und
auch siebzehn Jahre nach dem ruhmlosen Untergang der verhaßten DDR spuken die
mißverstandenen Gedanken von Marx und Engels in den Köpfen irregeleiteter
Linker rum.
Doch eigentlich dürften einige Äußerungen von Friedrich
Engels bei der heutigen Linken äußerst sauer aufstoßen, denn der folgende 1840
von Friedrich Engels verfaßte Text scheint eher aus einer nationalistischen
Feder zu stammen:
„Nachdem Burgund und Lothringen uns entrissen, nachdem wir
Flandern französisch, Holland und Belgien unabhängig werden ließen, nachdem
Frankreich mit dem Elsaß schon bis an den Rhein vorgedrungen und nur ein
verhältnismäßig kleiner Teil der ehemals deutschen linken Rheinseite noch unser
ist, jetzt schämen wir uns nicht, großzutun und zu schreien: „Das letzte Stück
sollt ihr wenigstens nicht haben.“ O, über die Deutschen! Und wenn die
Franzosen den Rhein hätten, so würden wir doch mit dem lächerlichsten Stolz
rufen: „Sie sollen sie nicht haben, die freie deutsche Weser!“ und so fort bis
zur Elbe und Oder, bis Deutschland zwischen Franzosen und Russen geteilt wäre
und uns nur zu singen bliebe: „Sie sollen ihn nicht haben, den freien Strom der
deutschen Theorie“... Statt daß wir Buße tun in Sack und Asche für die Sünden,
durch die wir alle jene schönen Länder verloren haben, für die Uneinigkeit und
für den Verrat an der Idee, für den Provinzial-Patriotismus, der vom Ganzen um
des lokalen Vorteils willen abfällt, und für die nationale Bewußtlosigkeit...
So lange die Zersplitterung unseres Vaterlandes besteht, so lange sind wir
politisch null. So lange sind öffentliches Leben, Pressefreiheit und was wir
noch mehr verlangen, alles fromme Wünsche, deren Ausführung immer halb bleiben
wird... Es ist noch genug über die Alpen, den Rhein und die Weichsel
heimzuschicken. Den Russen wollen wir ihre Pentarchie lassen; den Italienern
ihren Papismus und was daran klebt, ihren Bellini, Donizetti und selbst
Rossini, wenn sie mit diesem großtun wollen gegen Mozart und Beethoven; den
Franzosen ihre arroganten Urteile gegen uns, ihre Vaudevilles und Opern, ihren
Scribe und Adam. Wir wollen heimjagen, woher sie gekommen sind, alle die
verrückten ausländischen Gebräuche und Moden, alle die überflüssigen
Fremdwörter. Wir wollen aufhören, die Narren der Fremden zu sein, und
zusammenhalten zu einem einigen, unteilbaren, starken, freien deutschen Volk!“
Die „Linke“ in der BRD scheint in diesem Zusammenhang wenig
von Engels gelernt zu haben, denn wo dieser noch vom deutschen Staat und Volk
redet, schreien die heutigen Linken „Deutschland verrecke“. Im Gegensatz zu
Engels Wunsch von einem deutschen Reich bis zur Weichsel und über die Alpen,
bejubeln heutige Linke die durch Polen, Dänen, Franzosen, Italiener, Russen und
Tschechen annektierten Gebiete nach zwei verlorenen Kriegen, sowie die erneute
Trennung Deutschlands von Österreich. Wo damals die Zersplitterung des
Vaterlandes beweint wurde, wird heute die (Teil-)Wiedervereinigung beschimpft.
Auch an der deutschen Kultur wird von den heutigen Genossen kein gutes Haar
gelassen. Sie müsse durch den Import möglichst vieler fremder Kulturen
vernichtet werden. Der große linke Traum der multikulturellen Gesellschaft
zeugt vom heutigen Denken, während Engels noch alle ausländischen Gebräuche
heimschicken wollte. Wer auf linken Weltnetzseiten eine falsche deutsche
Sprache bemängelt, wird der Deutsch-tümelei bezichtigt.
Doch es kommt noch schlimmer: Wer heutzutage mit Friedrich
Engels Worten von 1840 spricht, wird als Faschist und Neonazi beschimpft und
gesellschaftlich geächtet.
Viele der damaligen linken Ideologen haben Sachen gesagt
oder getan, die für die heutige Linke jeder Couleur völlig inakzeptabel sind.
Statt einer damals angestrebten eigenen politischen Weltanschauung zählt für
die heutige Linke vor allem der „Kampf gegen den Faschismus“. Das bedeutet:
Alles, was vermeintliche „Rechte“ wollen, ist falsch und muß bekämpft werden.
Diese verquere Logik führt sogar dazu, daß die ursprünglich
antiimperialistische und antiisraelische Haltung zugunsten von Israel- und
USA-Fahnen aufgegeben wird, nur weil Nazis auch antiimperialistisch sind.
In ihrem grenzenlosen Haß gegen alles Nationale hat die deutsche
Linke schon längst ihre eigene politische Position verloren. Politische Impulse
gehen von ihr nicht mehr aus, lediglich in der Zuwanderungspolitik kann sie
ihre Meinung noch vertreten (allerdings auch entgegen der ursprünglichen
politischen Überzeugung). Die einzige Gefahr geht noch von linken Gewalttaten
aus, denn auch ideen- und perspektivelose Menschen können Steine und
Molotowcoctails werfen oder Autoreifen zerstechen! Politisch ist die
bundesdeutsche Linke schon lange nicht mehr ernst zu nehmen.