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8. Mai - Aktionstag in Kiel






Zum fünfundsechzigsten Mal jährte sich am Sonnabend den 8. Mai 2010 das Kriegsende des Zweiten Weltkrieges. In der BRD ist es inzwischen üblich geworden, dieses Datum zum "Tag der Befreiung" umzulügen. Kein Gedanke wird von offizieller Seite mehr daran verschwendet, daß dieser Tag für die Ermordung von Millionen deutscher Soldaten in alliierter Kriegsgefangenschaft, die Vertreibung von 13 Millionen Menschen aus ihrer ostdeutschen Heimat, die Besatzung und Entrechtung unseres Landes durch die alliierten Sieger steht. – Grund genug für die nationale Opposition in der Landeshauptstadt, ein Zeichen zu setzen gegen die Umdeutung unserer Geschichte in ein Verbrecheralbum.

Kurzfristig wurde daher von parteifreien Kräften eine Kundgebung in der Kieler Innenstadt angemeldet. Pünktlich um 11 Uhr trafen sich rund 20 Nationalisten, um auf dem belebten Bahnhofsplatz für die Ehre der Toten unseres Volkes einzustehen. In Zweierreihen und mit wehenden Fahnen ging es – zum grenzenlosen Erstaunen zahlreicher Passanten und Autofahrer - an der Förde entlang zum Kundgebungsort. Dort angekommen, erwartete die meist jungen Aktivisten bereits der übliche "Aufstand der Anständigen", diesmal jedoch nur aus rund 50 zum Teil vermummten Schreihälsen bestehend. Unter Anleitung des Altkommunisten Dietrich Lohse, der freundlicherweise eine "spontane Gegenkundgebung" anmeldete, grölte der Haufen die üblichen Parolen wie "Nazis raus" und "Stalingrad, Stalingrad". Dem Selbsthaß der Linken wurden von den Nationalisten Argumente entgegengesetzt: Die Redner Daniel Zöllner und Jens Lütke führten aus, warum der 8. Mai für Deutschland kein Tag der Befreiung, sondern ein Tag der Niederlage und des Innehaltens ist. Die Reaktion der Gegendemonstranten bestand – unter wohlwollender Beobachtung des inzwischen eingetroffenen linksextremen Anwalts Alexander Hoffmann – aus Gewaltandrohungen und vereinzelten Eierwürfen; den üblichen "Argumenten" der Antifa eben.

Nach rund anderthalb Stunden wurde das Transparent der nationalen Aktivisten wieder eingerollt, und unter Polizeibegleitung ging es zurück zu den Fahrzeugen. Der Aktionstag war damit jedoch noch keineswegs beendet.

Unabhängig von der Kundgebung hatte sich am gleichen Morgen ein knappes Dutzend weiterer Nationalisten um den NPD-Ratsherrn Hermann Gutsche getroffen, um auf andere Weise den 8. Mai zu begehen: Während in anderen Ländern das Andenken an gefallene Soldaten in Ehren gehalten wird, verkommen in Deutschland Denkmäler, Friedhöfe und Ehrenstätten zu Müllhalden und Hundeklos. Also rückten die Aktivisten dem Unrat tatkräftig zu Leibe. Gräber wurden gesäubert, Ehrenmale vom Schmutz befreit, und unzählige Blumen an die Orte gepflanzt, die von der bundesdeutschen Gesellschaft am liebsten dem Vergessen anheimfallen sollen. Doch auch für diese Gruppe war der Aktionstag noch nicht beendet.

Um etwa 13 Uhr trafen sich beide Gruppen, um den Fußballanhängern unter den Kielern noch eine Überraschung zu bereiten. Von einigen überraschten Polizeikräften mit einem gequälten "Och nö, wir wollen doch Bundesliga gucken" empfangen, verteilten die rund 30 Aktivisten (fast ausschließlich selbst Kieler) vor dem Holstenstadion die begehrten WM-Planer und anderes Material der NPD an die Zuschauer der letzten Partie der Saison. Gegen den Abstieg konnte das nicht mehr helfen, aber immerhin gewann Holstein Kiel gegen die zweite Mannschaft der Dortmunder mit 4:3...

Doch auch unter den linken Kriminellen in Kiel sprach sich herum, wo die nationale Opposition sich aufhielt, und in deutlicher Selbstüberschätzung fuhren rund 30 Teilnehmer der Gegenkundgebung vom Bahnhof ebenfalls zum Stadion. Dort langte es jedoch nur zu einem Angriff auf die Polizei, die die Angreifer konsequent unter Schlagstockeinsatz zurücktrieb – was für die Antifa vermutlich eher ein Glück war.

Nun endete auch für die NPD und die freien Nationalisten Kiels der Aktionstag 8. Mai. Während die Antifa sich noch schlagen ließ, begaben die Aktivisten sich nach drei gelungenen Aktionen zu ihren Fahrzeugen und lösten die Gruppe auf – bis zum nächsten Mal.

Jens Lütke

 




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