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Dresden 2010
Ein Erlebnisbericht aus Nordfriesland





Am frühen Morgen des 13.02.2010 machten sich gegen 04.00 Uhr früh etwa 60 Aktivisten der NPD und freien Kräfte, wenn auch noch etwas müde, voller Erwartungen in Richtung Elbflorenz auf, um am Trauermarsch in Dresden teilzunehmen. Neben vielen bekannten Kameraden nahmen zu unserer Freude auch einige neue Gesichter die lange Reise auf sich, um würdevoll der Toten zu gedenken, die vor 65 Jahren am 13.Februar bestialisch umgebracht wurden.

Während der knapp neunstündigen Reise pflegten die Aktivisten alte Kontakte und knüpften neue Bekanntschaften, während immer wieder Meldungen über Repression und Schikane seitens der Polizei unsere Reisegruppe erreichten. Die Reisezeit verkürzte uns der Vortrag eines Kameraden, der sich mit den Ereignissen rund um die Auslöschung Dresdens beschäftige. Von der Planung der gezielten Bekämpfung der Zivilbevölkerung über die Entwicklung geeigneter Waffen bis zur Zerstörung Dresdens und Hiroshimas reichte der interessante Vortrag, der uns noch einmal daran erinnerte, warum wir heute trotz Hunderten Kilometern Anfahrt den Weg nach Dresden auf uns nehmen.

Nachdem etwa 100 Kilometer vor Dresden der letzte Zwischenstop eingelegt wurde, erreichte uns die Nachricht, daß die Polizeiführung den Notstand ausrufen will, um unseren Trauermarsch zu verhindern. Zusammen mit anderen Reisegruppen aus Schleswig-Holstein steuerte unser Bus daraufhin Dresden – Wilder Mann an. Dort angekommen trafen wir auf weitere ca. 2000 Aktivisten, die von dort aus den langen Weg Richtung Dresden – Bahnhof Neustadt zu Fuß zurücklegen wollten.

Während des etwa zwei Stunden dauernden Marsches bis Neustadt konnten wir trotz der später folgenden Blockierung des Trauermarsches viele Menschen erreichen. Unzählige Menschen schauten aus den Fenstern, standen am Straßenrand oder hielten mit ihren Autos, als die Menschenmenge mit Fahnen und Transparenten durch Dresdens Straßen zog.

Neben einigen Beifallsbekundungen, unter anderem durch einen Teilnehmer des „Dresdner Friedenslaufes“, gab es auch Angriffe durch Linke. An einer Kreuzung kam es teilweise zu brutalen Angriffen, als eine unbekannte Zahl von Linken den Trauerzug angreifen wollte. Die Polizei schaute hier zunächst tatenlos zu und griff erst ein, als Nationalisten die Bedrohung selbst abzuwehren begannen.

Dann, nach langen zwei Stunden, erreichten wir um 16.00 Uhr den Bahnhof Neustadt, von dem aus unser Trauermarsch schon vor vier Stunden starten sollte. Während unter anderem Frank Rennicke und Thomas „Steiner“ Wulff sprachen, versuchte die Polizei immer wieder Zeit zu schinden. Zuerst wurde über Lautsprecher bekannt gegeben, unsere Sicherheit könne nicht garantiert werden, dann stand plötzlich doch eine Route zum Abmarsch zur Verfügung. Unterdessen wurde bekannt, daß angeblich zwei Aktivisten bei Auseinandersetzungen mit Kommunisten getötet worden sind.

Nach einer weiteren halben Stunde teilte die Versammlungsleitung mit, daß es heute keinen Trauermarsch mehr geben wird. In einer emotionalen Ansprache erinnerte Kamerad Frank Rennicke die Polizei daran, daß schon vor 20 Jahren Tausende Demonstranten in Dresden und Leipzig aufgehalten worden sind – damals wie heute rechtswidrig, und von einer Regierung, die offen ihr eigenes Volk bekämpft. Er erinnerte an die ergangenen Gerichtsurteile und an die grundgesetzlichen Rechte, doch das System hielt – wie nicht anders zu erwarten – an seiner Blockade fest.

Aus Tausenden Kehlen ertönte spontan „Wir sind das Volk!“ und „Wir sind im Recht!“ während anschließen inbrünstig „Ein junges Volk steht auf“ gesungen wurde. Unter dem Sprechchor „Die Straßen frei der deutschen Jugend!“ und „Ihr seid schlimmer als die DDR!“ gab es einige Anläufe, aus dem Kessel auszubrechen, jedoch siegte die Disziplin der Anwesenden.

Nachdem sämtliche Versuche, den Kessel auf welche Art auch immer aufzulösen, gescheitert waren, verkündete die Versammlungsleitung, daß alle Aktivisten über den Bahnhof abzureisen hätten.

Etwa eine Stunde dauerte der Weg vom Bahnhofsvorplatz zu den Gleisen. Als im Bahnhof durch ein Megaphon verbreitet wurde, daß sich die Meldung über zwei getötete Aktivisten bestätigt hätten, erklang spontan aus Hunderten Kehlen ein Lied aus der Kampfzeit, daß daran erinnert, daß die Gefallenen im Geiste in unseren Reihen weiterhin mitmarschieren.

Eine weitere Schikane stellten die „Sonderzüge“ da, die aus jeweils zwei kleinen Waggons bestanden, und kaum genug Platz für eine gesamte Reisegruppe boten.

Nach langem Warten konnte dann auch unsere Gruppe ihren Weg zu den Bussen antreten, wo wir gegen 19.30 Uhr ankamen. Besonderer Dank gilt an dieser Stelle unserem Busfahrer, der nach Vertrag eigentlich schon um 18.00 Uhr wieder aus dem Rückweg sein müßte.

Auf der Rückfahrt, die ohne Zwischenfälle und Probleme verlief, erfuhren wir von den vielen Spontandemonstrationen und anderen Aktionen in und um Dresden. Jubelschreie und Applaus brachen los, als von spontanen Aktionen mit bis zu 1000 Teilnehmern berichtet wurde. Der Rest der Heimreise verlief ruhig.

Nachdem wir dann gegen 05.00 Uhr wieder in Schleswig-Holstein angekommen waren, und alle Aktivisten in ihren Heimatstätten abgesetzt wurden, begannen noch vielerorts spontane Aktionen. So wurden z. B. allein in Husum in den frühen Morgenstunden von Unbekannten mehrere hundert Aufkleber in der Stadt verklebt.

 



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