"Darf ich die
Nationalzeitung verkaufen"

Lieber Dr. Maulwurfen,
“Ich arbeite in einem Zeitschriftenladen, in dem die
rechtsextreme National-Zeitung verkauft wird. Muss ich meinem Arbeitgeber
gegenüber ein schlechtes Gewissen haben, wenn ich zu einem Kunden, der die
National-Zeitung kauft, eher unfreundlich bin und ihm mit abweisender
Körperhaltung und eisigem Blick gegenübertrete?” Jochen P., Frankfurt
Lieber Jochen P. aus F.,
zunächst kommt es darauf an, welche National-Zeitung Sie
meinen.
Die Coburger Nationalzeitung war die erste führende
Tageszeitung der Nationalsozialisten in Deutschland auf lokaler Ebene. Sie
musste jedoch 1935 den Vertrieb einstellen.
Die Nationalzeitung aus Essen war eine Zeitung der NSDAP,
die von 1930 bis 1945 verlegt wurde.
Diese beiden kann ich hier demnach wohl ausschließen, es sei
denn, es handelt sich um antiquarische Exemplare. Die darf man ruhigen
Gewissens verkaufen.
Problematischer wird es bei der National-Zeitung aus Berlin.
Sie war von 1948 bis 1990 das Parteiorgan der National-Demokratische Partei
Deutschlands (nein, nicht NPD sondern NDPD), eine Blockpartei in der DDR,
welche die Politik der SED (heutige Linke) unterstützte. Die NDPD ging Ende
1990 in der FDP auf, die National-Zeitung benannte sich in „Berliner Allgemeine“
um, die später auch mit der Zeitung der LDPD (Liberal Demokratische Partei
Deutschlands) fusionierte. Hier wäre ich mit dem Verkauf skeptisch. Der Verkauf
könnte den Kapitalismus, den Liberalismus und somit auch den Zionismus
unterstützen. Daher lieber Finger weg!
Ernst wird es bei dem Blatt, daß sich noch heute
National-Zeitung nennt, seit 1999 im Vertrieb des DSZ-Verlag.
Verleger und Verlagsbesitzer ist der Gründer der DVU Gerhard
Michael Frey.
Der Zweck dieser Zeitung ist ein wenig unklar, böse Zungen
behaupten, Frey würde mit den Abonnenten und Käufern seine Rente sichern. Auch
bei der DVU wäre ich zurzeit ein wenig vorsichtig, da sie ihre Gefieder gerade
in Richtung Proisraelismus, Proamerikanismus und Pro… ausgestreckt haben.
Anscheinend ist das dem schwedischen „Partei-Hopper“ Brinkmann zu verdanken,
der dort inzwischen abgedankt hat (Anm. D. Maulwurfen: Partei- Hopper? Hat das
was mit Grashopper zu tun?). Ratsam wäre es, den Kunden zunächst andere
nationale Zeitungen anzubieten. Notfalls sollte Ihr Arbeitgeber das Sortiment
erweitern. Im Zweifelsfalle aber, wenn der Kunde ausschließlich diese
National-Zeitung verlangt, dem Arbeitgeber und dem Kunden diese Zeitung um die
Ohren hauen und kündigen.
Ihr Dr. Maulwurfen
Quelle: de.maulwurfen.info