Unsere Politikerin des Jahres

Wer an Pauli denkt, der denkt an die Große Freiheit, Frauen
in Lack und Leder, Rebellen auf Motorrädern… ups…
Das trifft ja alles auf unsere Politikerin des Jahres zu:
Frau Dr. Gabriele Pauli
Als Landrätin und Mitglied der Freien Wähler ließ die ehemalige CSU-
Domina-Rebellin vor der Presse verlauten, mit einer eigenen Partei zur
Bundestagswahl anzutreten.
Das hat Ihren Parteifreunden nicht so sehr gefallen, daher wurde sie bei den
Freien Wählern ausgeschlossen.
Aber Union…, Freie…, da war doch was?!
Richtig, sie wollte ja noch ihre eigene Partei gründen.
Und da man sich ja nicht so viele Parteinamen merken kann,
mischt man die alten am besten zusammen- so entstand die Freie Union.
Gut, Partei gegründet. Nur noch schnell ein paar
Unterschriften eingesammelt, und schon ist die Freie Union zur Bundestagswahl
angemeldet. Gesagt, getan.
Nur, irgendwie waren es zu wenige Unterschriften, so konnte
sie in 14 Bundesländern nicht antreten. Nur in Bayern hat sie die benötigte
Unterstützung und gute Hoffnung, direkt in den Bundestag einziehen zu können.
Aber da muss wohl wieder ein Fototermin dazwischen gekommen sein, denn es
fehlte ausgerechnet ihre eigene Unterschrift auf den Unterlagen…
Alles weinen, betteln, flehen, klagen vor dem Verfassungsgericht
und fordern nach einer Grundgesetzänderung für sie brachte nichts: die Freie
Union muss leider draußen bleiben…
Oh, da haben wir ja noch eine Landtagswahl in Schleswig-
Holstein, treten wir da also an.
Schnell einen Landesverband gegründet (vorher war natürlich
noch ein Fototermin) und wirklich jeden, egal wen, in den Vorstand aufgenommen.
Mhhh… Wahl… Da fehlt doch noch was?!
Ach ja, Kandidaten (mitderflachenhandgegendiestirnklatsch)!
Also schnell wieder ein paar Mitglieder an eine Autobahnraststätte
angekarrt und Mitgliederversammlung abgehalten.
Puh. Noch einmal gut gegangen. Die Kandidatenliste steht.
Die paar benötigten Unterschriften sind auch kein Problem, denn Frau Doktor
stellt sich zum Sammeln persönlich in die Lübecker Fußgängerzone und gibt für
die Fotografen ein gutes Bild ab. Wir haben ja auch noch drei Tage Zeit, bis
der Landeswahlausschuss tagt.
Doch plötzlich die fatale Meldung: wir haben ein
Maulwurf (Anm. d. Maulwurfen: unschuldig in die Luft guck und Liedchen
pfeif), der dem Landeswahlausschuss mitgeteilt hat, dass die Kandidatenliste
nur mit Betrug aufgestellt wurde! Tatsächlich waren bei der Wahl der Kandidaten
nur zwanzig der erforderlichen fünfzig Mitglieder anwesend. Aber man hatte ja
bereits eine Woche zuvor eine Mitgliederversammlung, und da waren dreißig
Mitglieder. 20 + 30 = 50, also alles korrekt, so die Rechnung des
Landesvorsitzenden.
Nö, so der Wahlausschuss, Partei nicht zugelassen. (Anm. d. Maulwurfen:
‘tschuldigung, Frau Dr. Pauli… grins).
Also keine Wahl in diesem Jahr für die Freie Union.
Nun, hier könnten wir den Bericht über das Erfolgsjahr der
Frau Dr. Pauli beenden, wäre da nicht noch eine Kleinigkeit, die Sie zur
Ehrenpreisträgerin dieser Seite gemacht hat:
Pressemitteilung vom 9. November 2009
Freie Union mahnt aus Anlass des 20. Jahrestags des
Mauerfalls gesamtdeutsche Verfassung an – ursprünglicher Auftrag des
Grundgesetzes auch Jahre nach Deutscher Wiedervereinigung nicht erfüllt –
Bundesregierung missachtet das Recht der ostdeutschen Mitbürger.
Nürnberg/Fürth: Aus Anlass des 20. Jahrestags des Mauerfalls
erinnert die Bundesvorsitzende der Freien Union, Dr. Gabriele Pauli, MdL daran,
dass immer noch ein von den Verfassungsvätern als Provisorium gedachtes
Regelwerk die höchste Norm in der wiedervereinigten Bundesrepublik darstellt.
“Die deutsche Wiedervereinigung zu vollenden, war über Jahrzehnte Auftrag und
Ziel für Generationen von Politikern. Mit der friedlichen Revolution in der
ehemaligen DDR und der daraus resultierenden Wiedervereinigung beider deutscher
Staaten war dieses verbriefte Ziel des deutschen Volkes erreicht. In
Vergessenheit geraten ist damals jedoch, dass in der wiedervereinten
Bundesrepublik auch das als Provisorium konzipierte Grundgesetz durch eine vom
Volk zu verabschiedende Deutsche Verfassung ersetzt werden sollte”, erklärt die
Bundesvorsitzende der FREIEN UNION.
Die jetzt neu gewählte Bundesregierung sei deshalb nicht
rechtmäßig im Amt, weil sie nicht mehr auf dem Boden des Grundgesetzes steht.
“Aus Angst, ihre Macht zu verlieren, erfüllen die etablierten Parteien die
Forderung des Grundgesetzes nicht, es gesamtdeutsch abstimmen zu lassen,” so
die Bundesvorsitzende. “Das ist eine Missachtung der Würde der Menschen im
Osten der Republik.”
Sie erinnert deshalb aus Anlass des 20. Jahrestags des
Mauerfalls an diesen Umstand und ermahne die Deutsche Politik, endlich in einer
basisdemokratischen Abstimmung dem Deutschen Volk eine zukunftsweisende
Verfassung zu geben.
Nun, diesem ist nichts hinzuzufügen, aber
wo hat sie das abgeschrieben?!?
Quelle: www.de.maulwurfen.info