Hat die Weltöffentlichkeit keinen Einfluß?
Von Dr. Gundolf Fuchs

Haben Sie gern Krieg? Sicher nicht! Auch die Palästinenser
sind nicht über den Krieg erfreut, sondern leiden sehr darunter. Nun fordert
die „Weltöffentlichkeit“, das unverhältnismäßige Morden einzustellen, aber
Israel weist die Mahnungen zurück und sieht sich als den einseitig und
unschuldig Angegriffenen.
Eine solche Haltung wird gestärkt, wenn z.B. die deutsche
Bundeskanzlerin Israel versichert, daß Deutschland in unverbrüchlicher Treue
fest an seiner Seite steht. Treue darf nie grundsätzlich versprochen werden.
Sie muß an die sittliche Haltung dessen gebunden sein, dem man Treue
verspricht. Sie darf kein Freibrief für den anderen sein, alles tun zu können,
sie darf nicht zur Unterlassung notwendiger Kritik führen.
Zur Bewertung der Streitigkeiten sei angemerkt, daß nach
„Spiegel-Online“ vom 07.12.2008 der
israelische Ministerpräsident Olmert wegen der Unruhen im Westjordanland
jüdischen Siedlern vorwarf, einen „Pogrom“ verübt zu haben. Die Entgleisung war
so ungeheuerlich, daß Olmert hinzusetzte: „Als Jude schäme er sich für die
Angriffe auf unschuldige Menschen.“
Die Ausschreitungen der jüdischen Siedler erfolgten unter
den Augen des israelischen Militärs. Ist es da verwunderlich, daß ein Teil der
Palästinenser auf Rache sinnt? Aber noch eine Tatsache ist wichtig. So wie in
Sebnitz, bei der Haller Rollstuhlfahrerin und dem „Naziüberfall“ in Mittweida —
um nur die bekanntesten zu nennen — jeweils nach einiger Zeit herauskam, daß
„rechtsextremistische“ Straftaten nur zum Zwecke der Hetze gegen „Rechts“
getürkt waren, so werden von Geheimdiensten in weit größerem Umfang Handlungen
ausgeführt oder inszeniert, bei denen man falsche Fährten legt, um die
Ereignisse für seine Zwecke auszunutzen. Von US-Seite wurde festgestellt, daß
der Mossad den Aufbau der Hamas-Bewegung geldlich und „logistisch“ erheblich
unterstützt hat. Auch wenn er es jetzt nicht mehr tut, trägt er die
Verantwortung für deren Angriffe! Wenn nun der Raketenbeschuß mit einigen
Verletzten auf jüdischer Seite mit einem mörderischen Krieg beantwortet wird
und anscheinend gerechtfertigt werden soll, dann ist das sehr verdächtig.
In der Dithmarscher Landeszeitung (DLZ) vom 06.01.09 sieht
man im Bild zum Artikel „Beide Seiten kämpfen weiter“, wie der gesamte Gaza-Streifen
—mit Schwerpunkt in der Gegend der Stadt Gaza — unter Beschuß oder Bombenabwurf
liegt. Die Einschlagstellen sind rot markiert. Unten rechts im Bild sind in
einem kleineren Kasten gelb markiert die Raketen- und Mörser-Angriffspunkte der
Hamas in Israel eingezeichnet, die zahlenmäßig und schweremäßig erheblich
geringer sind.
Das Mißverhältnis von 550 getöteten Palästinensern zu einem
israelischen Soldaten zeugt von der Unverhältnismäßigkeit der militärischen
Maßnahmen.
Das sollten auch die westlichen Regierungen erkennen und
eingreifen, wie sie es täten oder fordern würden, wenn es sich nicht um Israel
handelte. In den Völkern — und in einigen Mediensendungen oder -abhandlungen —
mehren sich die Sympathien für die schon seit langem drangsalierten Palästinenser.
Wollen die Politiker eigentlich warten, bis alle islamischen
Staaten gegen Israel und gegen den Westen aufgebracht sind? Oder verläßt man
sich auf seine Atomwaffen, mit denen man auch eine gewaltige islamische
Streitmacht unschädlich machen kann?
Die Menschlichkeit und Weltsicherheit gebieten, daß solche
unverhältnismäßigen militärischen Maßnahmen unterbunden werden!
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