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Die schlimmste Lüge des Systems
 


Der Geschäftsführer der Agentur Bühner-Personalvermittling in Berlin,
Jörns Bühner, äußert sich im Interview kritisch zur Arbeitsmarktpolitik in Deutschland

Frage: Herr Bühner, die Bundesregierung hat vor ein paar Wochen die neuesten Arbeitslosenzahlen
(3,434 Millionen) für März 2008 bekannt gegeben. Wie erleben Sie in ihrem beruflichen Alltag die Arbeitsmarktsituation in Deutschland?

Bühner: Es ist ein weiteres trauriges Kapitel in unserem Land. Diese Zahlen stimmen natürlich nicht und das ist ja auch hinreichend bekannt. Wie schlimm es aber wirklich ist sollte doch mehr in die Öffentlichkeit dringen. Die Zahlen über die reale Arbeitslosigkeit in Deutschland wurden von der Bundesregierung schon immer geschönt. Seit die Grenze von 1 Millionen Arbeitslosen 1974 offiziell erstmals dauerhaft überschritten wurde, hat man an den Zahlen in immer größerem Umfang herummanipuliert. Und das wird in jeder Legislaturperiode schlimmer. Gehen Sie mal sicher davon aus, daß wir real deutlich mehr als 9 Millionen Arbeitslose(!!) in der BRD haben!

Frage: Aber die offiziellen Zahlen aus Nürnberg geben 3,434 Millionen Arbeitslose an. Wie kommen Sie bitte auf mehr als 9 Millionen Arbeitslose?

Bühner: Das ist ganz einfach. In  den aus Nürnberg veröffentlichen Zahlen fehlen z.B. die 350.000 Rentner zwischen 60 und 65 Jahren, die aber ja durchaus noch arbeiten sollen, wenn es nach unseren ebenfalls bankrotten Rentensystem geht. Es fehlen 480.000 Vorruheständler nach § 428 SGB III, die, mindestens 58 Jahre alt und meist unfreiwillig in den Vorruhestand gegangen, völlig entnervt am Arbeitsmarkt kapituliert haben. Weiterhin fehlen 1.200.000 Maßnahmeteilnehmer. Es fehlen ca. 680.000 krank gemeldete Arbeitslose und etwa 3,8 Millionen geringfügig Beschäftigte in sogenannten Minijobs untergebracht. Wenn man das alles zusammenrechnet, waren damit über 9,5 Millionen Menschen ohne einen richtigen Arbeitsplatz. Darin sind noch nicht einmal die befristeten Jobs erfaßt und die 400.000 die irgendwie zwischen die Ritzen nicht abgeglichener Zahlen von Arbeitslosengeldempfängern und arbeitslos Gezählten geraten sind. Man spricht hier gern von der sogenannten “stillen Reserve“


Quelle: NewsPress.com

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