"Guter Rutsch" ?
Viele
Begriffe nutzen wir in unserem alltäglichen Sprachgebrauch, ohne
uns der Herkunft dieser Wörter bewußt zu sein. Hier wird
versucht, dem Ursprung einiger Wörter auf den Grund zu gehen.
In Deutschland
ist es bei vielen Menschen schon zur Tradition geworden, sich zum Jahreswechsel
einen „Guten Rutsch“ zu wünschen. Doch woher stammt dieser Ausdruck überhaupt?
Er hat nicht, wie viele fälschlich behaupten, etwas mit „Hineinrutschen“ ins
neue Jahr zu tun. Vielmehr handelt es sich hierbei um einen Ausspruch, welcher
seinen Ursprung im hebräischen Sprachgebrauch hat.
Das jüdische Neujahrsfest heißt in der hebräischen Sprache
„Rosch Haschana“ und wird als beweglicher Feiertag gefeiert. Das hebräische
Wort „Rosch“ bedeutet Kopf, Haupt oder auch Anfang. „Haschana“ heißt nichts
anderes als Jahr. „Rosch Haschana“ bezeichnet demnach den Jahresanfang.
Im jüdischen Sprachgebrauch hat sich das hebräische Wort
„Rosch“ im Laufe der Zeit zu dem Wort „Rutsch“ entwickelt. Wenn sich Personen
jüdischen Glaubens also einen „Guten Rutsch“ gewünscht haben, so heißt das
nichts anderes, als daß sie sich einen guten Anfang für das neue Jahr wünschen.
In Deutschland ist dieser Ausspruch längst zu einem gebräuchlichen
Neujahrswunsch geworden. Allerdings dürfte sich die Mehrheit der Bevölkerung
nicht über Sinn und Herkunft dieses Spruches bewußt sein.
Weitere Beispiele für Ausdrücke, welche aus der hebräischen
Sprache stammen, sind auch im Sportteil der Zeitungen sehr beliebt. Da ist
gelegentlich von „Zoff“ zwischen Trainer und Spielern die Rede. Es tauchen
Anschuldigungen auf wie „Abzocker“ für einen Fußballspieler, der es vor allem
auf das Geld abgesehen hat. Die „Malocher“ im Ruhrgebiet waren nicht nur
fleißige Arbeiter, sondern oft auch Fußballspieler, die das Spiel als harte
Arbeit, als „Maloche“ ansahen. Viele wurden durch den Sport „betucht“, also
wohlhabend, und machten manchmal dabei einen „Reibach“, zuweilen sogar einen
„Riesenreibach“. Die Kehrseite vom Reibach war nicht selten die „Pleite“. Wenn
es ganz schlimm kam und eine Mannschaft ständig verlor, so mußte der Trainer
„Tacheles“ reden, um die Mannschaft wieder aus dem „Schlamassel“ heraus zu
holen. Alle diese Wörter sind hebräischen Ursprungs, haben sich jedoch längst
in den deutschen Sprachgebrauch eingefügt.
Auch der Begriff „Samstag“ hat seinen Ursprung im
Hebräischen und kommt von dem jüdischen Wochentag Sabbat, welchen die Juden als
Ruhetag begehen.
Die Bezeichnung „Silvester“ für den letzten Tag des Jahres
geht übrigens auf den Papst Silvester I. zurück, der zur Zeit Konstantin des
Großen von 314-335 n.d. Zeitenwende
regiert hat. Nach seiner Heiligsprechung wurde ihm zu Ehren der letzte
Tag des Jahres benannt.
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