Immer wieder die bösen Nazis
In der Bundesrepublik hat sich
in den vergangenen Jahren ein
Reflex in die Streitkultur eingeschlichen, die mit wenigen Worten
versucht, den
Gegner in die rechte Ecke zu drängen. Jeder beliebige Vergleich
mit Ereignissen
in der Zeit des Nationalsozialismus reicht aus, um breite Empörung
zu ernten. Dies erfährt nun auch der FDP-Fraktionsvorsitzende im
Kieler
Landtag, Wolfgang Kubicki, am eigenen Leib, als er sich, mit Blick auf
die
schlechten Pisa-Ergebnisse Schleswig-Holsteins, zu folgender
Äußerung hinreißen
ließ:
„Die Parolen aus dem Ministerium und der Koalition erinnern
mich inzwischen an die Meldungen aus dem Oberkommando der Wehmacht. Dort hatte
man auch noch bis Frühjahr 1945 gemeldet, daß der Krieg noch gewonnen werden
würde.“
Mit dieser Aussage kritisierte
Kubicki Schleswig-Holsteins
Bildungsministerin Ute Erdsiek-Rave, die das schlechte Abschneiden bei
der
neusten Vergleichsstudie zu den Schulleistungen unserer Kinder noch
beschönigt.
Der oben bereits erwähnte Aufschrei einiger BRD-Gutmenschen
ließ nicht lange
auf sich warten. Auch Ministerpräsident Peter Harry Carstensen,
der vor wenigen
Wochen selber durch Äußerungen zum Thema Nationalstolz in
die öffentliche
Diskussion geraten war, meldete sich zu Wort und stellte sich
schützend vor
seine Ministerin. „Sie stellen die Landesregierung in eine Reihe
mit führenden
Exponenten des nationalsozialistischen Gewaltregimes“, so
Carstensen. Unter diesen Gesichtspunkten wären viele
bundesdeutsche
Politiker gut beraten, einige Standpunkte und Verhaltensweisen
gründlich zu
überdenken:
Sollte man die „faschistischen Autobahnen“ überhaupt noch
nutzen, oder wären der Ministerpräsident und seine Landesregierung nicht besser
beraten, ihre Termine mit einem Hubschrauber wahrzunehmen? Oder sind diese etwa
auch politisch vorbelastet, da sie ja bekanntlich schon Anfang der vierziger
Jahre von Hanna Reitsch geflogen wurden?
Zukünftig müßte natürlich auch am 1. Mai Licht im Büro des
Ministerpräsidenten brennen, denn dieser Feiertag ist erst seit 1933
arbeitsfrei!
Auch Tierschutz müßte als „faschistisch“ abgestempelt
werden. Waren es doch die Nationalsozialisten, die am 24.11.1933 das erste
Tierschutzgesetz in Deutschland verkündet haben, welches es untersagte, ein
Tier „in Haltung, Pflege oder Unterbringung so zu vernachlässigen, daß es
erheblichen Schmerz oder Schaden erleidet“. Ab sofort gilt: Hundequälen zeigt
antifaschistische Zivilcourage (insbesondere bei deutschen Schäferhunden)!
Selbst die Mülltrennung ist keine Errungenschaft schlauer
bundesdeutscher Politiker aus den 90er Jahre, sondern war schon Bestandteil des
ersten Vierjahresplans der Nationalsozialisten, der die Wieder- oder
Weiterverwertung aller im Müll enthaltenen, verwertbaren Rohstoffe vorsah. In
knapper Sprache verlangte Meyers Konversationslexikon bereits 1938: „Daher
möglichst von vornherein Trennung durch Aufstellung mehrerer Einzelbehälter.“
Damit muß jetzt Schluß sein: Ab sofort wird wieder alles auf die Deponie
geschmissen!
Wir fordern die Bürger auf, weitere Vorschläge zur
Bewältigung der „dunkelsten Epoche der deutschen Geschichte“ einzubringen! Darf
man noch mit Messer und Gabel essen? Auch Hermann Göring hat ja angeblich,
zumindest manchmal, Besteck benutzt... Muß die Benutzung der Wörter „Heilbutt“,
„Heilsarmee“ und „Führerschein“ unter Strafe gestellt werden? Gehört das
Volkslied nicht umbenannt in „Bevölkerungslied“? Man sieht, es gibt noch viel
zu tun. Nur nicht vergessen:
Zumindest die Gedanken sind frei! Noch.
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