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HSH Nordbank in der Krise


In der Finanzkrise sorgt auch die HSH Nordbank, die aus einem Zusammenschluß der Landesbanken Hamburg und Schleswig-Holstein und privater Investoren entstanden ist, und an der das Land Schleswig-Holstein einen Anteil von 29,1% besitzt, für Schlagzeilen. Erst wurde ein Verlust von über 700 Millionen Euro in diesem Jahr verkündet, wenig später wurde dann sogar eingeräumt, daß die Bank das Rettungspaket der Bundesregierung nutzen muß, um zu überleben. Nach Angaben des Nachrichtenmagazins „Focus“ benötigt die Bank bis spätestens Februar 2009 eine Finanzspritze von mindestens zwei Milliarden Euro. Sollte nicht der Bund, sondern das Land Schleswig-Holstein in die Verantwortung genommen werden, wie vom schleswig-holsteinischen Finanzminister Rainer Wiegard vorgeschlagen, wären das entsprechend der Anteile des Landes etwa 700 Millionen Euro, die der Steuerzahler aufbringen muß. Für das ohnehin schon hoch verschuldete Schleswig-Holstein eine beträchtliche Summe, die unser Land an den Rand der Zahlungsunfähigkeit drängen könnte!

Daß die HSH Nordbank in der Vergangenheit mit wenig Fingerspitzengefühl zu Werke ging, verdeutlicht ein Beispiel: Vor wenigen Wochen unterstützte die Bank eine CDU-Veranstaltung zum Gedenken an den ehemaligen Ministerpräsidenten Gerhard Stoltenberg mit einer Spende von 2.000 Euro. Kleine Geschenke erhalten die Freundschaft, und Freunde in der Politik kann eine Bank mit Finanzproblemen sehr gut gebrauchen, wenn es zukünftig darum geht, wieviel Geld die HSH Nordbank von der CDU-geführten Bundes- oder Landesregierung bekommen wird.

Das global-kapitalistische Bankensystem wird durch die unzähligen Rettungspakete künstlich am Leben gehalten, denn wir haben es bei der vorherrschenden Finanzkrise nicht mit dem Versagen einzelner Manager oder Banken zu tun, sondern das global-kapitalistische Bankensystem als solches hat versagt. Da das Gemeinwohl auf dem Spiel steht, wie sogar bundesdeutsche Politiker in den vergangenen Wochen zugaben, müssen alle Banken dauerhaft verstaatlicht werden. Dabei geht es nicht um die Enteignung der Kleinanleger, wie oft fälschlich behauptet wird, es geht vielmehr gerade um die Sicherung der Finanzeinlagen.

Alle Banken müssen in einem einheitlichen öffentlichen Bankensektor zusammengefaßt werden. Die verstaatlichten Banken sollen schließlich nicht mehr in Konkurrenz gegeneinander arbeiten, sondern unter staatlicher Kontrolle und nach rationalen Gesichtspunkten dem Wohl der Volksgemeinschaft dienen.

 



 




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